Berlin : Schöner schenken

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VON TAG ZU TAG

Ariane Bemmer freut sich

aufs nächste Jahr

Als noch gegessen wurde, was auf den Tisch kam, wurde auch akzeptiert, was unterm Weihnachtsbaum lag. Kratzige Schals, zu kleine Kniestrümpfe oder witzige Salzstreuer. Das ist lange her. Über die Jahre hat man sich von Schuldgefühlen befreit und zuletzt frech und direkt nach Dingen verlangt, die einem gefallen würden. Und was passiert? Man bekommt Gutscheine geschenkt. Hunderte, Tausende Berliner bekamen am Heiligen Abend Gutscheine geschenkt. Für ein Essen, einen Kinobesuch, einen Ausflug ins Grüne, einmal Autowaschen und viele Dinge mehr, die ja wirklich alle sehr schön sind, aber was ist denn das Wesen des Gutscheins: Dass er am Ende nur des Schenkers Glück ist, weil er niemals eingelöst wird. Also können die frisch gebackenen Gutscheinbesitzer in diesen Tagen nur neidvoll auf die paar verbliebenen Geschenkbesitzer blicken, die mit ihren vielen unsinnigen Gaben freudestrahlend in die Kaufhäuser rennen, um sie umzutauschen. Fast wie eine zweite Bescherung ist das. Und deshalb sei für das nächste Fest empfohlen, keine Wünsche mehr zu äußern – bis auf einen: dass bei jedem Geschenk die Quittung beiliegt.

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