Berlin : Schöner wohnen auf 580 Quadratmetern

Im Beisheim-Center am Potsdamer Platz ist eine komplette Etage für rund fünf Millionen Euro verkauft: Ein deutscher Unternehmer hat sein Traumquartier mit Rundumblick im Internet gefunden

Bernd Matthies

Die Superreichen halten zu Berlin. Dies jedenfalls lässt sich aus einem Aufsehen erregenden Immobiliengeschäft schließen, das am Montag bekannt gegeben wurde: Ein „international tätiger deutscher Unternehmer“, dessen Name geheim blieb, hat eine komplette Etage des Beisheim-Centers am Potsdamer Platz mitsamt Dachterrasse gekauft, insgesamt 580 Quadratmeter Wohnfläche. Über den Preis war nur zu erfahren, dass der Quadratmeter in diesem Komplex zwischen 7000 und 9500 Euro kosten soll; da die betreffende Wohnung zu den teureren „Tower-Apartments“ über dem künftigen Ritz-Carlton-Hotel liegt, dürfte die neue Bleibe den Käufer rund fünf Millionen Euro kosten.

Der durchschnittliche Quadratmeterpreis für Eigentumswohnungen dagegen liegt in Berlin gegenwärtig unter 2000 Euro. Dies belegt erneut die bekannte Situation auf dem Wohnungsmarkt der Hauptstadt: Während normale Objekte hier viel günstiger sind als in anderen deutschen Metropolen, ist nach oben bei entsprechender Qualität kaum eine Grenze erkennbar. Das Beisheim-Center gilt als Berliner Gegenstück zur Westseite des New Yorker Central Parks. Michael Frassek von der Maklerfirma Aengevelt, die mit dem Verkauf beauftragt ist, sagte, dass sich der Kunde schlicht über das Internet gemeldet habe: Er war auf der Suche nach einer standesgemäßen Berliner Adresse und fand beim Surfen Gefallen an dem Objekt im Beisheim-Center, das laut Makler die „luxuriösesten Stadtwohnungen Deutschlands“ bietet. Insgesamt umfasst das Projekt 36 „Parkside Apartments“ auf der nördlichen Grundstücksseite zum Tiergarten und 14 „Tower Apartments“ über dem Hotel, zu denen das jetzt verkaufte gehört.

Diese Zahlen sind allerdings nur eine ungefähre Angabe, denn für die 580 Quadratmeter werden zwei Wohnungen aus der ursprünglichen Planung zusammengelegt. Der Eigentümer hat so einen Rundumblick in alle vier Himmelsrichtungen, auf das Brandenburger Tor, den Reichstag, das Kanzleramt, die Siegessäule und natürlich das angrenzende Sony-Center.

Auch in den Parkside-Apartments hat sich eine begüterte deutsch-amerikanische Unternehmerin bereits zwei Wohnungen gesichert, die nun zusammengelegt werden. Sie wohnt dann auf einer Fläche von 670 Quadratmetern auf drei Ebenen; allein der Billardsalon wird 50 Quadratmeter groß sein, der Wellness-Bereich mit 80 Quadratmetern die Größe einer durchschnittlichen Mietwohnung haben. Auch in diesem Fall wurde der Verkaufspreis auf ungefähr fünf Millionen Euro geschätzt.

Näheres über die Einrichtung der Wohnung im Hotelturm ist noch nicht bekannt. Es hieß, der Käufer werde einen eigenen Innenarchitekten beauftragen und sich nicht an den Vorschlag der Verkäufer halten. Modellbilder im Stil des Hotels, den der Kölner Designer Peter Silling dem preußischen Empire nachempfindet, liegen bereits vor, doch so sollen die Räume nach Fertigstellung offenbar nicht aussehen.

Der Kaufpreis umfasst aber nicht nur die Wohnung selbst, sondern auch einen Doorman für das Gebäude und den 24-StundenService des Hotels. Das Richtfest ist für den 11.März geplant, fertig werden soll das Gebäude zum Jahresende. Ob dann auch schon die große Wohnung bezogen wird, ist derzeit noch nicht bekannt.

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