Berlin : Schöner wohnen, besser verdienen

Gewinne für Wohnungsbaugesellschaften

Matthias Oloew

Nach hohen Defiziten in den vergangenen Jahren erwirtschaften die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften nun Gewinne. 30,56 Millionen Euro waren es nach einer Aufstellung der Finanzverwaltung im vergangenen Jahr. Wirtschaftssenator Harald Wolf (PDS) sieht sich deshalb in seiner Position bestätigt: „Dieses Beispiel zeigt, dass es sinnvoller ist, die Unternehmen zu sanieren statt sie zu privatisieren.“ Weitere Verkäufe, wie etwa die GSW, kommen für ihn nicht in Frage.

Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) sieht das anders. Aufgrund der entspannten Situation auf dem Wohnungsmarkt und vor dem Hintergrund der Klage Berlins in Karlsruhe auf Bundeshilfen zur Entschuldung der Stadt, brauche Berlin keine kommunale Wohnungsbaugesellschaft mehr. Damit befindet er sich in seiner Partei im Abseits. Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) glaubt, dass rund 15 Prozent des Wohnungsbestandes der Stadt, etwa 250 000 Wohnungen, im Besitz des Landes bleiben sollten.

Sarrazins Sprecher Matthias Kolbeck verweist darauf, dass Finanz- und Stadtentwicklungsverwaltung im Herbst eine Konzeption für die Wohnungsbaugesellschaften erarbeiten werden. „Bis dahin stehen keine weiteren Verkäufe zur Debatte.“ Die Gewinne zeigten, dass die Sanierung der Unternehmen auf dem richtigen Weg sei, „sie aber weit davon entfernt sind, Dividenden zahlen zu können“.

Anders gesagt: Das Land hat noch nichts davon. 2005 standen bei der Howoge 21,53 Millionen, bei der Gewobag 16,95 Millionen, bei der Gesobau 8,47 Millionen und bei der Degewo 4,11 Millionen Euro auf der Guthabenseite. Ein Minus bilanzierten jedoch Stadt und Land (9,36 Millionen) und die WBM (11,14 Millionen). Die Degewo hat den Sprung in die schwarzen Zahlen auch deshalb geschafft, weil sie tausende Wohnungen in Marzahn verkaufen konnte. „Weitere Verkäufe stehen derzeit nicht auf der Tagesordnung“, sagt Degewo-Sprecherin Erika Kröber. Das heißt aber auch, dass es 2006 schwieriger werden dürfte, einen Überschuss einzufahren. „Die Unternehmen sollen die Mieter mit bezahlbarem Wohnraum versorgen und Mietpreis dämpfend auf den Markt wirken“, sagt Wirtschaftssenator Wolf. Das solle auch nach möglichen Koalitionsverhandlungen mit der SPD so bleiben.

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