Berlin : Schon als Kind im Visier der Polizei

Polizei-Gewerkschaft stellt Serientäter-Studie vor. Mehr Prävention gefordert

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Fast jeder zweite Serientäter in Berlin ist bereits vor seinem 16. Geburtstag zum ersten Mal straffällig geworden. Dies geht aus einer Studie der Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege (FHVR) hervor, die der Landesverband der Gewerkschaft der Polizei (GdP) mitinitiierte. Wie einer der Autoren der Untersuchung, Claudius Ohder, sagte, begehen rund 13 Prozent der späteren Intensivtäter ihre erste Straftat im Kindesalter; 34 Prozent im Alter von 14 oder 15 Jahren. Wissenschaftler untersuchten die von 1979 bis 2003 bei der Polizei erfassten Daten von 98 880 Tatverdächtigen, die zwischen 1972 und 1977 geboren wurden.

Rund 4,9 Prozent hiervon begingen zehn oder mehr schwere Straftaten. Mit knapp 146 800 Vorfällen sei diese kleine Gruppe verantwortlich für rund 34 Prozent der im Untersuchungszeitraum registrierten Straftaten, betonte der Professor für Kriminologie. Den Machern der Studie zufolge tendieren frühzeitig strafrechtlich in Erscheinung getretene Mehfachtäter zudem später zu noch gewalttätigeren und schwereren Straftaten. Vielfach stammten die Täter aus Problemkiezen. Die Autoren der Untersuchung forderten ein gezieltes Anwenden strafrechtlicher Möglichkeiten. Der Kriminalistik-Professor Joachim Ciupka sagte, es müsse zeitig präventiv interveniert werden. Die Studie schlägt unter anderem abgestimmte, quartiersbezogene Maßnahmen in der Sozial-, Arbeits- und Integrationspolitik vor. Der GdP-Landesvorsitzende Eberhard Schönberg forderte vom Senat mehr Geld für diese Präventionsarbeit. ddp

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