Berlin : Schornsteinfeger will Schloss-Aufbau forcieren

Gedenktafel soll montiert werden

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Na, wenn sich der Bezirksschornsteinfegermeister im Ruhestand Bernd Müller aus Mahlsdorf da mal nicht verschätzt: Er will am Mittwoch, den 31. Juli, um elf Uhr vormittags das Stadtschloss wieder aufbauen. Genauer gesagt, er will damit anfangen, das Stadtschloss wieder aufzubauen. Noch genauer gesagt: Er will eine Steintafel auf die alten Fundamente mauern. Doch hat er keine Baugenehmigung, und ohne Baugenehmigung darf man solches nicht. Schon gar nicht bei einem eingetragenen Denkmal, und das sind die teilweise freigelegten Fundamente nun mal.

Doch Müller will am 559. Jahrestag der Grundsteinlegung des Schlosses Bewegung in dessen Wiederaufbau bringen. „Ich geh da einfach hin und fange an zu mauern“, kündigte Müller am Montag an. Kelle, Steine und Mörtel will er mitbringen – sowie eine Steintafel mit der Inschrift: „Kurfürst Friedrich I. legte am 31. Juli 1443 persönlich den Grundstein für das Schloss. Ulbricht I. lässt 1950 das Schloss sprengen. Wir, die Gesellschaft Historisches Berlin, haben über 333 000 Unterschriften für den Schlossaufbau! Peter Conradi, Peter Strieder, Petra Pau zum Trotz – jetzt wird rangeklotzt.“

Sollte Müller diese Tafel tatsächlich an das Fundament anmauern, müsste er dafür nicht nur Zäune übersteigen – er beginge eine Sachbeschädigung. Doch das ficht ihn nicht an: „Ich bin über 70, dann sollen sie mit ihren Rechtsanwälten kommen!“ Vermutlich jedoch wird vielmehr die Polizei vor Ort sein; die Behörden von Land und Bezirk wissen über die geplante Aktion Bescheid.

Am Mittwochabend übrigens will Müllers Gesellschaft Historisches Berlin sich mit allen Schlossfreunden an den Fundamenten treffen und zum Jahrestag der Grundsteinlegung einige Gläser Sekt leeren. how

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