Berlin : Schranken und Poller am Pariser Platz, aber keine Wachhäuschen

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Keine von Amerikanern besetzten Wachhäuschen, wohl aber Schranken und Poller wird es am Pariser Platz vor der künftigen Botschaft der USA geben. Dem Vernehmen nach sollen sich Senat und US-Botschaft darauf bereits intern geeinigt haben. Offiziell hieß es von beiden Seiten, über die Details werde vertraulich beraten, eine baldige Einigung werde angestrebt.

Schranken und Poller werden rechts und links der Pflanzenrabatten errichtet, sie sollen Fahrzeuge davon abhalten, ohne Inspektion vor die Botschaft zu fahren. Davon betroffen wären auch die angrenzenden Bauten, Haus Sommer, DG-Bank und möglicherweise die Akademie der Künste. Außerdem werden - deutsche - Polizisten vor der Botschaft patrouillieren. Ferner wird ein Zaun das Gelände umfassen.

In einem "Memorandum of Understanding" hatte die amerikanische Seite verlangt, den Haupteingang am Pariser Platz mit Schranken, Pollern und Wachhäuschen abzusperren. US-Wachleute sollten vorfahrende Fahrzeuge kontrollieren. Dem hatte sich Stadtentwicklungssenator Peter Strieder zunächst widersetzt. Der Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen schlug gestern darüber hinaus vor, den Pariser Platz mit Videokameras überwachen zu lassen, wie sein Sprecher Michael-Andreas Butz bestätigte. Hingegen will der stellvertretende SPD-Fraktionschef im Abgeordnetenhaus, Hermann Borghorst, nur eine Video-Überwachung der US-Botschaft selbst mittragen.

An der rückwärtigen Seite der Botschaft seien nun die Probleme gelöst, da Bundestagspräsident Wolfgang Thierse bereit sei, ein Stück des für das Holocaust-Mahnmal vorgesehenen Geländes abzutreten, sagte Strieders Sprecherin Petra Reetz. Es heißt, von dem 25 Meter breiten Sicherheitsstreifen entfallen sieben Meter auf das Gelände der Botschaft. Das Gebäude wird ein Stück zurückgesetzt. 18 Meter verteilen sich auf Bürgersteig und Behrenstraße, die ein Stück in das Mahnmal-Gelände verschoben werden soll. Bei der Ebertstraße wird die Mittelinsel dem Sicherheitsstreifen geopfert. Die Straßenverlegung kostet 1,5 Millionen Mark, wovon die USA eine Million tragen wollen.

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