Berlin : Schröder im Schrebergarten

Der Altkanzler war zu Gast in Schlachtensee

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Altkanzlergedeck. Bei Angelika Katzschner gab’s für Schröder und Benneter ein Stück Marmorkuchen. Foto: ddp

Wo der Altkanzler ist, da ist die Show. Das gilt auch jetzt noch, fast vier Jahre, nachdem Gerhard Schröder das Amt an Angela Merkel abtreten musste. Er ist sichtlich in seinem Element, als er mit seinem alten Juso-Freund Klaus Uwe Benneter den Kleingartenverein Schlachtensee-Süd in dessen Wahlkreis in Zehlendorf besucht. Anders als noch 2002, als der damalige Kanzler Benneter schon einmal beim Umwerben der Laubenpieper beisprang, sind dieses Mal nur drei Sicherheitsleute im Hintergrund dabei. Schröder kann sich ausleben. Und die Laubenkolonie in Zehlendorf bietet dem Polit-Profi alles, was er dazu braucht: Unentschlossene Wähler, eine Schlagerband für die Stimmung, einen passionierten Kleingartenvereinsvorsitzenden und nicht zuletzt eine Torwand.

Auf Parzelle 2a lässt er sich von den Katzschners Marmorkuchen und Sekt servieren, obwohl er, wie er sagt, gerade versucht Diät zu machen. Mit den über achtzig Jahre alten Christians plaudert er über die Wildschweine, die ihre Beete bedrohen. Er erzählt von seinem eigenen Garten, wo er für den Rasen zuständig sei, er streichelt Ponys und Kinder. In einer kurzen Rede lobt er den Zusammenhalt in der Kolonie in einer Gesellschaft, die immer mehr vereinzelt. Und Benneter muss daraufhin zugeben: „Mehr kann ich eigentlich nicht sagen.“

Dass Schröder an der Torwand nicht trifft, dass er denselben Witz macht wie immer („Das hier hat nichts mit Wahlkampf zu tun.“), ist völlig egal. Die Laubenpieper finden ihn offen und jovial, jeder hat eine Gemeinsamkeit mit ihm entdeckt. Und Schröder selbst, mag er solche Lokaltermine? Der Altkanzler beantwortet die Frage mit einem weiteren Klassiker: „Das gehört sich so.“ as

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