Berlin : Schüler drohen mit Mord und Amoklauf Polizeieinsätze in zwei Schulen und in Wohnung

Sandra Dassler

Drohungen von Schülern haben zu drei Polizeieinsätzen geführt. In einer Reinickendorfer Schule hatte nach Polizeiangaben ein 14-Jähriger während des Unterrichts von einem Amoklauf gesprochen. Eine Lehrerin alarmierte die Polizei. Als die Beamten eintrafen, hatte der 14-Jährige das Schulgebäude verlassen, konnte aber wenig später in seiner Reinickendorfer Wohnung zur Rede gestellt werden. In einem Gespräch mit dem zuständigen Präventionsbeauftragten der Polizei gab er an, die Drohung nicht ernst gemeint zu haben.

Ebenfalls gestern Vormittag wurde die Polizei zu einem Einsatz in einer Schöneberger Schule gerufen. Einem Lehrer war der Text eines 15-Jährigen aufgefallen, in dem dieser Tötungsabsichten gegenüber Lehrern und Mitschülern äußerte, sagte ein Polizeisprecher. Außerdem soll das Schreiben rechtsextremistische Parolen enthalten haben. Die Beamten konnten den Jugendlichen auf dem Schulhof zu dem Schreiben befragen. Auch er gab an, die Drohungen nicht ernst gemeint zu haben, gegen ihn wird nun ermittelt.

Bereits vor einigen Tagen hatte ein 15-jähriger Schüler aus Charlottenburg gedroht, in seiner Schule eine Rauchbombe zu zünden, wenn alle um ihn versammelt seien. Ein Mitschüler hatte das seinen Eltern erzählt, die in der Nacht zum Montag den Klassenlehrer informierten. Dieser schaltete die Polizei ein. Noch in der gleichen Nacht suchte die Kriminalpolizei die Wohnung des Jungen auf. Ihren Angaben zufolge gab dieser zu, dass er eine Rauchbombe basteln wollte. In seinem Zimmer fanden die Beamten aber weder eine Bastelanleitung noch Chemikalien. Auch im Schulspind befand sich nichts. Als Motiv nimmt die Polizei an, dass der Junge ständig gehänselt wurde.

Nach Einschätzung der Polizei bestand in allen Fällen keine konkrete Gefahr für Lehrer oder Schüler. Die Bildungsverwaltung prüft die Vorfälle. Sandra Dassler

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