Berlin : Schüler gefoltert: Drei Jahre Haft

Täter trampelten auf Opfer herum

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Schwedt. Nach einem brutalen Überfall auf einen 16Jährigen aus Schwedt (Uckermark) muss der 19-jährige Haupttäter für drei Jahre ins Gefängnis. Das Jugendschöffengericht Schwedt verurteilte ihn und zwei jüngere Komplizen am Montag wegen Freiheitsberaubung, gefährlicher Körperverletzung, Nötigung und Beleidigung.

Der Richter sprach in der Urteilsbegründung von Brutalität und Menschenverachtung. Es handele sich um „übelste Umsetzung einer längst überwunden geglaubten Herrenmenschen-Ideologie“, die drastisch geahndet werden müsse.

Das Gericht befand die Angeklagten für schuldig, im Juli 2002 den Schüler mehr als zwei Stunden beschimpft, getreten und gewürgt zu haben. Sie schlugen den Schüler mit Fäusten und traten mit Füßen auf ihm herum. Der Haupttäter, bei dem rechtes Gedankengut festgestellt wurde, hielt das Opfer an den Füßen und tauchte es mit dem Kopf ins Wasser. Der junge Mann erlitt erhebliche Verletzungen und leidet immer noch unter den psychischen Folgen der Tat.

Die 16 und 17 Jahre alten Mitangeklagten erhielten Jugendstrafen von einem beziehungsweise zwei Jahren Haft, die jeweils für drei Jahre zur Bewährung aussetzt wurden. Das Gericht folgte damit dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte auf Bewährungsstrafen beziehungsweise Geldbußen plädiert. dpa

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