Berlin : Schüler gequält: 16-Jähriger wurde stundenlang malträtiert

kf

Für die Qualen des 16-Jährigen empfanden sie offenbar nur Hohn. Weil sie einen Realschüler über Stunden malträtiert haben sollen, müssen sich fünf Jugendliche seit Donnerstag vor einem Berliner Amtsgericht wegen sexueller Misshandlung und Körperverletzung verantworten. Die Angeklagten im Alter von 17 bis 21 Jahren sollen ihr Opfer am 22. Oktober 2000 verschleppt und gefoltert haben. Der Prozess findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Die jungen Männer hatten es laut Anklage schon eine Woche vorher auf den 16-Jährigen abgesehen, doch da konnte der Junge offenbar noch fliehen. Am 22. Oktober passten sie ihn dann am Nachmittag auf dem Hof einer Charlottenburger Schule ab. Der Jugendliche wurde nach Angaben der Polizei bespuckt und unter der Drohung, man würde ihm andernfalls ein Bein brechen, gezwungen "zu tanzen". Drei Täter sollen ihn anschließend mit verbundenen Augen in eine Wohnung am Klausenerplatz mitgenommen haben.

In der Wohnung ging die Quälerei der Jugendlichen offenbar erst richtig los: Laut Anklageschrift musste der Junge jetzt auch nackt tanzen, später wurden ihm brennende Zigaretten auf dem Rücken ausgedrückt. Anschließend sollen seine Peiniger noch zwei weitere Freunde informiert und in die Wohnung gebeten haben.

Es sollte nur eine kurze Verschnaufpause für den 16-Jährigen geben. Kaum waren die benachrichtigten Freunde eingetroffen, ging die Folter laut Anklageschrift weiter: Die Jugendlichen schlugen ihrem Opfer unter anderem mit Tischtenniskellen auf das Gesäß, zwangen es ein Saft-Essig-Öl-Gemisch und seinen eigenen Urin zu trinken. Im Laufe des Abends musste der Jugendliche dann seine Eltern anrufen und eine Ausrede für seine Verspätung erfinden.

Gegen 24 Uhr sollen die Peiniger endlich von dem Schüler abgelassen haben. Er erstattete Anzeige und erkannte später zufällig drei seiner Peiniger auf der Straße. Sie konnten mit Hilfe einer Funkstreife festgenommen werden. Der älteste Angeklagte soll bereits wegen Körperverletzung und Raubtaten vorbestraft sein. Der Prozess wird am nächsten Donnerstag fortgesetzt.

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