Berlin : Schüsse am Görlitzer Bahnhof

Zwei Türken in einem Café niedergeschossen – beide sind schwer verletzt

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Die Schüsse fielen ohne Vorankündigung. Es war gegen 16.10 Uhr als mehrere Männer in das Café „Linie1“ am Görlitzer Bahnhof in Kreuzberg stürmten und sofort das Feuer eröffneten. Sie schossen dabei gezielt auf zwei 35 und 32 Jahre alte Türken, die mehrmals in den Oberkörper getroffen wurden.

Während die Männer zu Boden sanken, flüchteten die Täter unerkannt. Eine Frau, die sich im Laden befand, erlitt einen schweren Schock. Notärzte brachten die beiden Schussverletzten ins Urbankrankenhaus, wo sie notoperiert wurden. Zu ihrem Zustand gab es bis zum Redaktionsschluss keine weiteren Angaben. Das Motiv ist nach Auskunft der ermittelnden Mordkommission noch nicht klar. Wie es aber in Polizeikreisen hieß, soll es sich um eine Beziehungstat handeln.

Geschockt stehen Nachbarn und Anwohner kurz nach der Tat an dem rot-weißen Flatterband vor dem Lokal „Linie 1“ an der Manteuffelstraße/Ecke Skalitzer Straße. Die Polizei hat den Bereich rund um das Lokal, das sich in einem Eckhaus befindet, weiträumig abgesperrt. Nach Tagesspiegel-Informationen sind die Opfer der 35-jährige Zafer A. und der 32-jährige Yilmaz Y. Langsam sickern die Namen auch bei den Nachbarn und Anwohnern durch. Yilmaz Y. soll das gesamte Eckhaus gehören, in dem auch das „Café Linie 1“ untergebracht ist. Sein Schwager Zafer A. soll Inhaber des Lottoladens neben dem Eckhaus sein . „Wir kennen die beiden schon lange. Dem Besitzer des Hauses gehören 17 Wohnungen und die vier Läden, darunter das Tele-Café, das hier untergebracht ist“, sagt der Inhaber vom „Imbiss 36“, unweit des Tatorts. „Erste Spuren deuten darauf hin, dass eines der beiden Opfer etwas mit der Frau von einem der Täter angefangen haben soll“, sagte ein Ermittler.

Zu Bluttaten auf offener Straße kam es in dieser Gegend Kreuzbergs schon häufiger. Im Mai 2002 ist ein Frisör vor seinem Laden in der Manteuffelstraße von einem 35-Jährigen mit einem Küchenmesser niedergestochen worden. Der Frisör starb auf dem Weg ins Krankenhaus an seinen schweren Verletzungen. Ende Juni vergangenen Jahres erschoss ein Amokläufer seine Ex-Freundin vor dem Lokal „Travolta“ in der Wiener Straße nieder und verletzte einen herannahenden Radfahrer schwer. Danach tötete der Täter sich selbst.

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