Schüsse auf Dennis J. : Schönfließ: Ermittlungen gegen beteiligte Beamte

Gegen die zwei Kollegen des Polizisten, der die tödlichen Schüsse auf Dennis J. abgab, wird jetzt ebenfalls ermittelt. Die beiden Beamten stehen wegen ihrer Rolle beim Drama von Schönfließ in der Kritik.

Dennis
Bei einem Trauerzug fordern die Teilnehmer U-Haft für den Polizisten, der Dennis J. erschossen hat. Er befindet sich derzeit gegen...Foto: dpa

Berlin/SchönfließNach den tödlichen Schüssen im brandenburgischen Schönfließ auf einen 26-Jährigen geraten zwei weitere an dem Einsatz beteiligte Beamte ins Visier der Staatsanwaltschaft. Wie die Berliner Polizeibehörde dem Tagesspiegel bestätigte, habe sie "Kenntnis erhalten", dass gegen die beiden am Einsatz beteiligten Beamten ein Ermittlungsverfahren wegen Strafvereitelung im Amt eingeleitet worden ist.  

Am Nachmittag bestätigte auch die Staatsanwaltschaft Neuruppin die Ermittlungen gegen die beiden Berliner Beamten. Am Donnerstag hatte die Staatsanwaltschaft im Fall Schönfließ noch eine Nachrichtensperre verhängt. Die Berliner Polizei widersprach Gerüchten, dass es zum Fall Schönfließ Probleme zwischen der Staatsanwaltschaft Neuruppin und der Berliner Behörde gebe. Beide Behörden hätten ein "gemeinsames Interesse daran, den Sachverhalt zügig und vollständig aufzuklären. Sie arbeiten deshalb vertrauensvoll zusammen und hatten bisher keinen Anlass zu wechselseitiger Kritik",sagte der Sprecher der Berliner Polizei, Frank Millert.

In der Silvesternacht 2008 hatte der Berliner Zivilfahnder Reinhard R. bei der Festnahme den mit Haftbefehl gesuchten 26-jährigen Dennis J. in Schönfließ erschossen. Der 35-Jährige feuerte achtmal auf den gestohlenen Wagen, in dem der junge Mann saß. Bereits der erste Schuss war laut Staatsanwaltschaft tödlich.  Mit dabei waren auch zwei weitere Beamte, die laut Staatsanwaltschaft angaben, sie hätten die Schüsse nicht von explodierenden Böllern unterscheiden können. Außerdem wurde kritisiert, dass sie sich nicht aktiv an der Aufklärung des Totschlagdeliktes beteiligen und deshalb richterlich vernommen werden mussten - mit bislang unbekanntem Ergebnis. (tabu)

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben