Berlin : Schüsse aus Eifersucht Trabrennfahrer steht seit Montag wegen Tötung

seiner 27 Jahre jüngeren Ehefrau vor Gericht.

Die Ehefrau des Trabrennfahrers lag im Bett, als er mit einer Pistole das Schlafzimmer betrat und abdrückte. Wegen der Arbeit der 27 Jahre jüngeren Frau in einem Massagesalon hatten sie wieder einmal gestritten. Der 63-jährige Bernd W. warf ihr Liebschaften vor. Er habe sie mit der Waffe „beruhigen“ wollen, sagte er am Montag vor dem Landgericht. „Ich wollte sie nicht töten, ich habe einfach geschossen, ich weiß nicht warum“, gab er im Prozess wegen Totschlags zu.

Hinter Bernd W. liegen erfolgreiche Zeiten im Sport. Seit den achtziger Jahren ist er aktiv und hat 380 Siege eingefahren. Vor drei Jahren heiratete er Thanaporn W., eine attraktive Frau aus Thailand. Das Zusammenleben aber wurde bald von Eifersucht überschattet. „Ich wollte nicht mehr, dass sie weiter in das Geschäft geht“, sagte der Angeklagte. Er hatte sie heimlich kontrolliert und einmal mit einem Anwalt in flagranti erwischt. Im letzten Sommer wollte er sich trennen. „Aber nach nur zwei Tagen bin ich zurück, ich liebte sie über alles“, sagte der grauhaarige Mann aus Reinickendorf.

Am 31. Oktober gab es erneut lautstarken Streit. „Ich wollte, dass sie mit den Liebhabern aufhört. Sie schrie, ich ging“, schilderte der Trabrennfahrer. Er sei mit dem Auto durch die Stadt gefahren und habe Whisky getrunken. Es war 5.15 Uhr, als er wieder die Wohnung in der Emmentaler Straße betrat. Seine Frau sei aufgewacht. Wieder sei es laut geworden. Er habe Angst bekommen. „Weil sie sehr aggressiv werden konnte“, behauptete der Angeklagte. Einmal sei sie mit einem Messer auf ihn losgegangen.

Die Waffe lag im Flur. Bernd W. will die scharf gemachte Schreckschusspistole vor fast 20 Jahren von einem Bekannten bekommen haben. „Ich wollte nur, dass sich meine Frau beruhigt“, beteuerte er nun. Er tötete seine Frau durch vier Schüsse in Kopf und Oberkörper. „Ich wollte mich danach erschießen“, sagte er. Aber das Magazin habe geklemmt. Der Prozess geht am Freitag weiter. K. G.

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