Berlin : Schütze aus der Kantstraße tötete sich

Vorangegangen waren stundenlange Verhandlungen mit der Polizei

Der Mann, der am Freitagabend auf der Kantstraße einen Kontrahenten durch einen Schuss schwer verletzt hatte, hat sich Stunden danach in seiner Wohnung getötet. Zuvor hatte es einen Nervenkrieg mit der Polizei und einen ergebnislosen Einsatz des SEK gegeben. Wie berichtet, war der 36-jährige Ralf M. gegen 19.30 Uhr nach einem Streit vor einem Imbiss von dem 26-jährigen Bashkim I. mit einem Beil bedroht worden. Obwohl der Mann aus Ex-Jugoslawien nach dem Einschreiten von Passanten das Beil weglegte, zog M. einen Revolver und schoss ihm aus nächster Nähe in den Oberkörper. Nach einer Not-OP ist Bashkim I. außer Lebensgefahr. Der Mann soll in einem nahe gelegenen Zeitungsladen arbeiten.

Nach der Tat flüchtete M. in seine Wohnung an der Kantstraße. Dort verschanzte er sich und warf Böller vom Balkon. Die Kantstraße war stundenlang gesperrt. Als das SEK gegen 20.50 Uhr versuchte, den Mann festzunehmen, schoss dieser durch die Tür, ohne die Beamten zu treffen. Es folgten stundenlange Telefonate mit speziellen Verhandlern der Polizei. Dabei soll M. gesagt haben, dass er von Polizisten erschossen werden wolle.

Gegen ein Uhr begann das SEK die massiven Verbarrikadierungen aufzubrechen. Dabei feuerte der stark alkoholisierte Mann mehrfach auf die Beamten, verfehlte sie jedoch wiederum. Dann fiel noch ein Schuss – M. hatte sich selbst in den Kopf geschossen. Kurz darauf waren die letzten Hindernisse beiseitegeräumt, doch auch der Notarzt konnte dem Mann nicht mehr helfen.

Nach offiziellen Angaben hat keiner der an dem Abend eingesetzten 100 Polizisten einen Schuss abgegeben. Wieso sich die beiden Männer auf der Straße gestritten hatten, ist unklar. Eine Mordkommission ermittelt. Der Schütze war in den 90er Jahren der Polizei einige Male wegen Körperverletzungen aufgefallen. Woher er die Waffe hatte, ist unklar. Nach Zeugenaussagen hatte er militärische Tarnkleidung getragen und auf seinem Balkon die verbotene Reichskriegsflagge aufgehängt. Nach Polizeiangaben war Ralf M. jedoch nie als Rechtsextremist aufgefallen sein. Ha

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