Berlin : Schuldfähigkeid des 47-jährigen Angeklagten wird überprüft

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Am 6. Dezember 1995 hat eine Gasexplosion das Dach eines Köpenicker Wohnhauses in der Glienicker Straße zum Einsturz gebracht. Ein 47-jähriger Hausbewohner muss sich seit Dienstag vor dem Amtsgericht Tiergarten verantworten, weil er nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft mit einer Rohrzange einen Verschlussstopfen von einer Gasleitung entfernt und die Explosion dadurch ermöglicht hat. Bei der Detonation erlitten der Mann und seine Freundin lebensgefährliche Verbrennungen. Zahlreiche Hausbewohner wurden bei dem Vorfall verletzt und mussten in Krankenhäusern behandelt werden.

Beim gestrigen Prozessauftakt gab der Angeklagte an, er habe am Nikolaustag 1995 seinen Geburtstag gefeiert und aus diesem Anlass viel getrunken. Er habe "an der Gasanlage gearbeitet", aber nicht bemerkt, dass Gas ausströmte. Als er sich eine Zigarette anzündete, sei das Ganze explodiert.

Der Angeklagte sitzt derzeit eine mehrjährige Haftstrafe ab, weil er seiner Freundin ein Messer in den Bauch gestoßen hatte. Ein Gerichtspsychiater soll jetzt prüfen, ob der Angeklagte überhaupt schuldfähig ist.

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