Schule : Berlin stellt 676 Lehrer ein - Grüne: Zu wenig

Berlin stellt in diesem Jahr 676 Lehrer ein und baut darüber hinaus auf eine "Vertretungsfeuerwehr" mit 140 Pädagogen. Bildungssenator Zöllner hofft, damit den Lehrermangel eindämmen zu können. Für die Grünen reichen die Maßnahmen nicht aus.

BerlinDie Verfahren zur Lehrereinstellung für das kommende Schuljahr sind nach Darstellung von Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) weitgehend abgeschlossen. Neben einer neuen "Vertretungsfeuerwehr" mit 140 Pädagogen stelle Berlin dieses Jahr 676 Lehrer ein, teilte Zöllner mit. Nach Ansicht der Grünen-Fraktion wird der Lehrermangel in der Stadt damit jedoch nicht beseitigt. Sie forderte zusätzliche Neueinstellungen von Lehrern.

Noch nicht ganz abgeschlossen seien nach Zöllners Worten 125 Einstellungsverfahren, für die die Schulen selbst zuständig sind. Die Schulen setzen die Termine für die Bewerbungsgespräche selbst fest und laden die Kandidaten ein. Bis zum Ferienbeginn würden aber auch diese Verfahren nahezu vollständig abgeschlossen sein.

Von den 140 Stellen für den Vertretungspool sind Zöllner zufolge inzwischen 39 besetzt worden. Die weiteren Auswahlverfahren finden Ende dieser Woche und in der nächsten Woche statt. Auch diese Verfahren werden bis zum Ferienbeginn beendet sein, glaubt Zöllner. Insgesamt sei die Bewerberauswahl sehr groß und gut. Bis zum Schuljahresende würden die Schulen mit vielen jungen, qualifizierten Lehrkräften verstärkt.

Mutlu: Wieder nicht genügend Lehrer da

Der bildungspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Özcan Mutlu, warf Zöllner Wortbruch vor. "Senator Zöllner hat wieder sein Versprechen gebrochen, für alle Schulen ausreichend Lehrer bis zu den Ferien einzustellen." Die Berliner Schulen seien knapp zwei Wochen vor den Ferien immer noch im Unklaren darüber, mit wie vielen Lehrern sie im neuen Schuljahr rechnen könnten. Auch wüssten sie nicht, wie viele Stellen sie überhaupt zugewiesen bekämen, fügte Mutlu hinzu.

Mutlu beklagte zudem den angeblichen Lehrermangel in der Stadt. Durch die "desaströse Bildungspolitik" seien viele Lehrer nach ihrem Studium schon längst in ein anderes Bundesland abgewandert. "Wir fordern eine ausreichende Personalausstattung für alle Schulen, um einen guten Unterricht zu ermöglichen", betonte Mutlu. Ohne zusätzliche Neueinstellungen bleibe alles Makulatur und Reformen würden ad absurdum geführt. (jvo/ddp)

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