Schule : Endlich Ferien – ab in den Urlaub!

Nach der Zeugnisausgabe starteten viele Berliner Jugendliche direkt in den Urlaub. Am Hauptbahnhof herrscht reger Betrieb.

Thomas Loy
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Endlich Urlaub! Für fast 330.000 Berliner Schüllerinnen und Schüller ist heute der erste Ferientag. -Foto: Peters

BerlinEin Lagerplatz für Rucksacktouristen - so präsentierte sich am gestrigen Dienstag der Hauptbahnhof. Die Schulferien haben begonnen, und viele Jugendliche begaben sich nach der Zeugnisausgabe ohne Zögern in den Urlaub. Das gute alte Interrail-Ticket, gültig zwischen Nordkap und Gibraltar, sei immer noch sehr beliebt, sagt Bahn-Sprecher Burkhard Ahlert.

Viele wollen aber gar nicht soweit weg. Auf Bahnsteig 5 hocken Leon, Julian, Franz und Luis von der „Freien Waldorfschule Mitte“ auf dem Boden. Sie sehen etwas ermattet aus. Die Ferienstimmung werde sich einstellen, wenn der Zug einrollt, versichert Leon. Ihr Urlaubsort ist Jamitzow bei Anklam. Dort besitzt ein Vater ein Ferienhaus, in das er alle Freunde seines Sohnes eingeladen hat. Zu tun gebe es nicht viel in Jamitzow, sagt Julian, aber für die Erholung sei das gerade richtig.

Wohl verdienter Urlaub

Vor McDonald’s rasten Schüler des Humboldt-Gymnasiums aus Tegel. Sie wollen in das Dorf Brodten bei Travemünde. Zwischen ihren Gepäckstücken steht eine Kiste Bier. Philipp, 18, hat sein Basecap quer aufgesetzt und versucht, sich an den Grund der Reise zu erinnern. „Was machen wir dort eigentlich?“ Persönlich wolle er vor allem schlafen und an der Steilküste entlanglaufen. Den Urlaub hätten sie sich verdient, beteuert sein Begleiter. „Hier sind einige aus der Schnellläuferklasse.“

Auf einer Bank am Rande des Bahnhoftreibens kramt Wladislaw sein Vokabelheft Latein heraus. Das will der 13-Jährige aus Dresden bei seiner Oma in Minsk durcharbeiten – wenn sonst nichts zu tun ist.  Für drei Wochen reist er jedes Jahr zu ihr, zusammen mit seiner älteren Schwester Alesia. Ihr Zug fährt bis Moskau. Wenn sie in Minsk aussteigen, werden die beiden 24 Stunden unterwegs gewesen sein. Auf die Züge in Richtung Westen und Süden warten aber auch viele, die ihren Urlaub schon hinter sich haben.

Drei Wochen Griechenland haben bei Reiner Müller aus Bad Oeynhausen einen bronzenen Teint hinterlassen. Wenn er zu Hause ist, muss er gleich – dringend! – den Rasen mähen. Morgen wird er wieder in seinem Versicherungsbüro sitzen und von der Sonne des Olymps träumen. Leon, Julian, Franz und Luis sitzen immer noch auf Bahnsteig 5 des Hauptbahnhofs und warten auf ihren Zug. „Verplant“, sagt Leon, „der fährt erst in einer Stunde“. Thomas Loy

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