"Schule mit Courage" : Mit Fürmann gegen Rassismus

Es sind Projekttage am Hermann- Hesse-Gymnasium. Die Schüler, von denen mehr als 80 Prozent einen Migrationshintergrund haben, sollen in Kursen wie "Berlin liebt bunt – und das ist auch gut so" für die wie Themen Rassismus und Diskriminierung sensibilisiert werden.

Fürmann
Heimspiel. Schauspieler Benno Fürmann ging selbst zwei Jahre auf das Hermann-Hesse-Gymnasium. -Foto: Spikermann-Klaas

„Ey, Ruhe jetzt“, tönt es durch das Klassenzimmer 104 im ersten Stock des Hermann-Hesse-Gymnasiums in Kreuzberg. Der Zwischenruf kommt aus der linken Fensterreihe von Schauspieler Benno Fürmann, der braun gebrannt zwischen Schülern der Klassenstufen 8 bis 11 sitzt und sich rege an der Diskussion beteiligt. Das Thema ist Asylpolitik. Nach seiner Aufforderung kehrt tatsächlich ein wenig Ruhe im Klassenzimmer ein.

Es sind Projekttage am Hermann- Hesse-Gymnasium, das stolz den Titel „Schule ohne Rassismus. Schule mit Courage“ trägt. Die Schüler, von denen mehr als 80 Prozent einen Migrationshintergrund haben, sollen in Kursen wie „Berlin liebt bunt – und das ist auch gut so“ für die Themen Rassismus und Diskriminierung sensibilisiert werden.

Benno Fürmann war selbst mal zwei Jahre auf der Kreuzberger Oberschule und ist inzwischen Schulpate. Dass die Schule so multikulturell ist, empfand er schon während seiner eigenen Schulzeit als positiv: „Dadurch habe ich einen weiten Horizont bekommen.“ Zusammen mit Amnesty International diskutierte Fürmann am Freitag mit 30 Schülern über europäische Asylpolitik. Ziel des Workshops war es zu vermitteln, was Rassismus speziell für Flüchtlinge bedeuten kann: Exemplarisch dafür steht die Geschichte der jungen Bosnierin Zahra, die während des Balkankrieges erst in einem Lager gefoltert wurde und nach ihrer Flucht in Österreich ins Gefängnis kam – wegen illegaler Einreise.

Dass nach drei Stunden endgültig die Luft bei den Schülern raus war, wundert Fürmann nicht: „Mir würde es genauso gehen, wenn ich schon eine Woche Schule hinter mir hätte“. In einer kurzen Abschlussrede in der Aula rief er alle Schüler auf, „sich selbst auf rassistische Vorurteile zu überprüfen“ und Klischees abzulegen. Die von den Schülern präsentierten Projektarbeiten dürften Fürmann gefallen haben: In ihnen kamen fast alle Facetten des Themas vor. kako

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