Schule : … und den ersten Voyager-Diesel mit Automatik

Zehn Jahre nach dem ersten Diesel gibt es nun für Europa einen kräftigen 2,8-Liter-Turbodiesel mit Viergang-Automatik

Ingo von Dahlern

Zwei Jahrzehnte ist er inzwischen alt – der klassische Minivan der seine Karriere in den USA als Chrysler Voyager sowie Dodge Caravan und Plymouth Voyager begann und inzwischen in mehr als zehn Millionen Exemplaren verkauft wurde. Und als er 1988 zum ersten Mal in Europa vorgestellt wurde, sollte er hier, wo die Minivan-Geschichte ebenfalls vor 20 Jahren mit dem Renault Espace begann, schnell eine für ein amerikanisches Auto ungewöhnliche Blitzkarriere machen. Die ließ Chrysler schon 1991 ein europäisches Minivan-Werk in Graz errichten, das seitdem optimal an europäische Bedürfnisse angepasste Chrysler Voyager baut, die neben besonders kräftigen Bremsen auch eine europäische Fahrwerkabstimmung haben.

Einen entscheidenden Schub bekam der 1993 mit der Einführung einer allein in Europa angebotenen Turbodiesel-Version. Und nun endlich folgt, ein gutes weiteres Jahrzehnt nach dem bislang nur mit Schaltgetriebe ausgestattetem ersten Diesel, der erste Voyager, dessen Dieselmotor mit einem Automatikgetriebe kombiniert ist. Das ist ein Auto, wie es sich viele potenzielle Käufer in Europa schon lange wünschen. Und bei Chrysler in Europa ist man guter Hoffnung, dass diese neue Variante schon bald eine der wichtigsten im Voyager-Angebot werden wird.

Denn mit dem neuen Viergang-Automatikgetriebe, das bislang nur mit den beiden Benzinern verfügbar war, hat auch ein zweiter besonders kräftiger Turbodiesel Premiere – ein 2,8-Liter mit Common Rail, der mit einer Leistung von 110 kW (150 PS) der stärkste seiner Art im Minivan-Segment ist. Bei einer Drehzahl von gerade einmal 1800/min liefert der ein höchstes Drehmoment von 360 Nm. Das verspricht kraftvollen Anzug aus tiefen Drehzahlen heraus. Und dieses Versprechen wird auch überzeugend eingelöst. Denn mit 11,5 Sekunden für den Spurt auf Tempo 100 ist die neue Automatikversion ebenso spurtschnell wie der 105 kW (143 PS) leistende 2,5-Liter-Turbodiesel mit Schaltgetriebe und mit maximal 180 km/h fast ebenso schnell. Und während die beiden Automatikversionen bei den Benzinern im Durchschnitt 12,5 und 13,3 l/100 km verbrauchen, genügen dem neuen 2,8-Liter-Turbodiesel 8,4 l mit normalem Radstand und 8,5 l/100 km in der Variante mit dem langem Radstand. Damit sind die Diesel nicht nur die flottesten, sondern vor allem auch die sparsamsten Versionen.

Beide Turbodiesel sind so genannte Konzern-Motoren, stammen von der zum DaimlerChrysler-Konzern gehörenden Detroit-Diesel-Tochter VM Motori in Italien. Und beide gehören, auch was ihre Laufkultur und ihr niedriges Geräuschniveau angeht, zur Spitzenklasse. Bei den Emissionen erfüllen beide technisch EU3, werden aber steuerlich wegen des Gesamtgewichts von mehr als 2500 Kilogramm als EU2 eingestuft, kosten damit also einen Euro mehr pro 100 Kubikzentimeter Hubraum. Wenn Chrysler seinem Voyager nun auch noch eine nicht nur leicht demontierbare, sondern auch leichte Sitzbank hinten oder gar im Wagenboden versenkbare Sitze spendieren würde, dann wäre der Minivan-Klassiker so gut wie perfekt.

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