Schule : 3er BMW: vielfältig und gut verarbeitet

Roland Koch

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Es ist sicherlich nicht nur die sportliche Erscheinung, die den 3er von BMW hierzulande so beliebt macht, es ist auch die Vielzahl an Varianten, die Autofahrer so zahlreich überzeugt. Den Dreier der letzten Generation, das sind die Baujahre 1998 bis 2004, gibt es als Limousine, als Coupé, als Cabrio, als Kombi und als verkürzte Compact-Version. Das Motorenangebot an Benzinern und Dieseln reicht vom 316i mit 77 kW (105 PS) bis hin zum „Porsche-Schreck“ M3 mit 252 kW (343 PS) – und obwohl in diesem Jahr der Nachfolger eingeführt wurde (der Kombi kam in diesen Tagen zu den Händlern), hielt sich das intern E 46 genannte Modell bis zuletzt in der Zulassungsstatistik weit vorne.

„Dazu trägt wohl die ausgeprägte Handlichkeit des Wagens bei, seine agilen Motoren und Fahreigenschaften, die wirksamen Bremsen und die hohe passive Sicherheit“, sagt Carsten Bräuer, der Niederlassungsleiter der Dekra Berlin. „Auch die Verarbeitung lässt nichts zu wünschen übrig.“

Doch trotz dieser Vorzüge habe der Wagen auch einige typische Probleme. Das Mittelklasse-Auto bietet – gerade auf der Rückbank – ein eher knappes Raumangebot. Auch das Gepäckabteil kann nicht restlos überzeugen. Die Ladefläche des Touring fasst bei hoch geklappter Rücksitzlehne mit 435 Litern noch etwas weniger Gepäck als die Limousine. Bei umgelegten Sitzlehnen können im Kombi allerdings immerhin bis zu 1345 Liter verstaut werden.

Eine typische Schwäche, insbesondere bei den leistungsstarken Motorisierungen, sei auch der übermäßige Verschleiß an Vorder- und Hinterachse. Hier fällt der Dreier bei den Hauptuntersuchungen deutlich öfter auf als der Durchschnitt. „Und in der Pannenstatistik fällt die defekte Einspritzpumpe der Diesel-Modelle auf“, sagt Carsten Bräuer.

Im September 2001 erhielt der 3er ein Facelift, das vor allem an veränderten Front- und Heckleuchten zu erkennen ist. „Seither sind auch Klimaanlage und ESP serienmäßig“, weiß Bräuer. Insgesamt habe der Dreier damit aber einen Qualitätssprung auch in anderen Details wie dem Verschleiß der Bremsbeläge oder einseitig wirkender Handbremse gemacht. Als durchweg ausgereift gelten 3er, die ab Anfang 2004 verkauft wurden.

„In puncto Fahrvergnügen setzt der Dreier in seiner Klasse den Maßstab, nicht zuletzt wegen der herrlichen 4- und 6-Zylinder Motoren, die die Motorenpalette bietet“, sagt Bräuer. Für den Interessenten bedeutet dies, dass trotz eines großen Angebotes, die Preise für gute Gebrauchte eher hoch sind. Für einen 318i Baujahr 1998 mit mittlerer Fahrleistung muss man derzeit rund 10 000 Euro kalkulieren.

Doch der Zustand gebrauchter 3er kann sehr unterschiedlich sein: „Der 3er ist eben auch bei jungen, sportlich ambitionierten Fahrern beliebt“, sagt Carsten Bräuer. „Und die beanspruchen ein Fahrzeug dann auch entsprechend.“ Beim Kauf sollte man deshalb genau auf Vorbesitzer und mögliche Umbauten achten, damit man die Freude am Fahren auch einige Zeit nach dem Kauf noch genießen kann.

Gute Verarbeitung, agiles Handling, kultivierte Motoren, gute Federung, hohe passive Sicherheit, exakte Schaltung

Geringe Serienausstattung, beengte Platzverhältnisse hinten, Windgeräusche

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