Abitur in Ost und West : Wer muss wie lange zur Schule?

Die Verkürzung der Schulzeit bis zum Abitur von 13 auf 12 Jahre spaltet Deutschland: Nach dem „Bildungsbarometer“, das vom Zentrum für empirische pädagogische Forschung (Zepf) der Universität Koblenz-Landau erstellt wird, lehnte 2007 mit 57 Prozent der Deutschen eine knappe Mehrheit das sogenannte Turboabitur ab, 43 Prozent waren für eine nur noch achtjährige Gymnasialzeit von der 5. Klasse bis zur Hochschulreife. Daneben gibt es die Spaltung zwischen Ost und West: Sachsen und Thüringen haben nach der deutschen Wiedervereinigung die in der DDR übliche zwölfjährige Schulzeit bis zur Hochschulreife beibehalten. Die übrigen neuen Länder hatten die Schulzeit nach westlichem Modell vorübergehend verlängert, sind aber seit 2003/2004 zu „G 8“ zurückgekehrt. Die Schulzeitverkürzung wurde inzwischen auch in fast allen westlichen Ländern eingeführt. Schleswig-Holstein zieht in diesem Sommer nach, Rheinland-Pfalz will G 8 vorerst nur im Modellversuch erproben. Klagen von überforderten Schülern, Eltern und Lehrern über das Turboabitur sind allerdings fast ausschließlich aus dem Westen Deutschlands und, leiser, aus Berlin zu hören. Am lautesten war der Protest zunächst in Bayern, 2007 wurde er zum Thema der Wahlkämpfe in Hessen und Hamburg. -ry

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