Ärger um Schulessen : Grüne: Zwei Euro pro Mittagessen sind zu wenig

Wie viel Geld braucht es, um ein "warmes Mittagessen" zu kochen? Maximal zwei Euro lautet die Obergrenze des Bezirks - mindestens 2,50 Euro fordern Grüne und die Vernetzungsstelle Schulverpflegung.

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Kann man mit zwei Euro ein leckeres Mittagessen kochen? Ja, sagt der Bezirk. Zu wenig, finden die Grünen.
Kann man mit zwei Euro ein leckeres Mittagessen kochen? Ja, sagt der Bezirk. Zu wenig, finden die Grünen.Foto: ddp

Monika Herrmann (Grüne), Bildungsstadträtin von Friedrichshain-Kreuzberg, fordert vom Senat höhere Zuschüsse für das warme Mittagessen für Grundschüler. „Der Senat muss dafür mehr Geld in die Hand nehmen“, sagt sie. Mindestens 2,50 Euro müsse der Senat den Bezirken pro Schulessen zur Verfügung stellen – und zwar zweckgebunden.

In der vergangenen Woche war die aktuelle Ausschreibung für die Caterer-Verträge für das kommende Schuljahr zu Ende gegangen – begleitet von Elternprotesten. Denn der Bezirk hatte den Preis für ein Essen auf maximal zwei Euro festgelegt; bisher lag die Obergrenze bei 2,05 Euro. Als Konsequenz waren zwei Anbieter, die Firmen „Drei Köche“ und GVL, aus dem Verfahren ausgestiegen; die „Drei Köche“ beliefern bislang mehrere Schulen im Bezirk. Herrmann zufolge haben sich nur drei oder vier größere Anbieter an der Ausschreibung beteiligt; welche Firmen das seien, könne sie wegen des laufenden Verfahrens nicht mitteilen.

Derzeit zahlt der Senat Friedrichshain-Kreuzberg pro warmes Essen 1,90 Euro, den Rest legt der Bezirk drauf. Das Schulessen kostet in den zwölf Bezirken unterschiedlich viel – je nachdem, welcher Anbieter es liefert; auch die Zuschüsse vom Senat unterscheiden sich je nach Bezirk. Monika Herrmann will das ändern. „Das Mittagessen muss überall gleich viel kosten“, sagt sie. Allerdings hätten die Bezirke nicht das Geld, um die Kosten für das Schulessen zu übernehmen.  Friedrichshain-Kreuzberg sei deshalb gar nichts anderes übrig geblieben, als die Preisobergrenze in der aktuellen Ausschreibung auf zwei Euro zu senken.

Nach Ansicht der Vernetzungsstelle Schulverpflegung – ein Verein, der Schulen bei der Essensqualität berät – reichen zwei Euro nicht aus, um den Kindern eine gesunde Mahlzeit anzubieten. 2,50 Euro muss ein Essen demnach mindestens kosten. Derzeit ist das Mittagessen allerdings fast überall in der Stadt billiger.

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