Anmeldungen für die Oberschulen : Drei Wünsche frei

Jetzt beginnen die Anmeldungen für die weiterführenden Schulen: Hier sind die Tipps, worauf Eltern achten sollten.

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Wo wollen sie lernen. Schüler beim Experimentieren.
Wo wollen sie lernen. Schüler beim Experimentieren.Foto: picture alliance / dpa

Für den elfjährigen Peer war die Sache klar, nachdem es im Chemiesaal ordentlich gezischt und geraucht hatte. An einer Schule, die solche Experimente macht, muss ja was los sein, dachte er, auf die will er künftig gehen. Es ist das Askanische Gymnasium in Tempelhof, das den Sechstklässler am Tag der offenen Tür im Januar so begeistert hat. Weitere Pluspunkte: Seine Freunde wollen sich auch dort anmelden, und das Gymnasium ist nicht weit von seinem Zuhause entfernt.

Peers Eltern sind mit dieser Wahl einverstanden. Auch auf sie hat das Gymnasium einen guten Eindruck gemacht. „Die Lehrer sind überzeugend und sympathisch“, sagt Peers Vater. „Und vor allem hat die Schule ein gutes Sportangebot.“ Sein Sohn ist in zwei Vereinen aktiv, macht Leichtathletik und spielt Fußball. „Er freut sich schon auf die Taekwondo-AG am Askanischen.“ Auch das Sprachenangebot gefällt ihnen: Als zweite Fremdsprache lernt der Junge bald Spanisch.

Peer ist einer von rund 26 000 Berliner Sechstklässlern, die sich gemeinsam mit ihren Eltern in diesen Tagen für eine weiterführende Schule entscheiden müssen. Nicht allen fällt die Entscheidung so leicht wie Peers Eltern. Das Berliner Anmeldesystem, bei dem Eltern drei Wunschschulen angeben können, bereitet vielen Müttern und Vätern Kopfzerbrechen. Denn manche Schulen sind so begehrt, dass ein kompliziertes Auswahlverfahren greift. Die Erfahrung hat aber gezeigt, dass die meisten Schüler einen Platz an einer der Wunschschulen bekommen. Im vergangenen Jahr hat das bei 95 Prozent geklappt. Überlegen müssen sich Eltern auch, ob ein Gymnasium oder eine Integrierte Sekundarschule (ISS) die bessere Wahl ist, welche Sprachenfolge und welche fachlichen Profile zum Kind passen. Die wichtigsten Fragen im Überblick.

Wie und wann meldet man sich an?

Vom 9. Februar bis zum 23. Februar ist Zeit zum Anmelden. Den Anmeldebogen haben die Eltern mit dem Halbjahreszeugnis und der Förderprognose von der Grundschule bekommen. Auf diesem nennen sie drei Schulen und geben den Bogen an der Erstwunsch-Schule ab.

Für Schüler, die bereits zur fünften Klasse auf ein Gymnasium wechseln wollen, gilt ein ähnliches Anmeldeverfahren ab 29. Februar. Die Dauer der Frist variiert je nach Profil. Einige Schulen machen Aufnahmetests. Das gilt etwa für die Schnelllernerschulen.

Was bedeutet die Förderprognose?

Das ist eine Durchschnittsnote, die sich aus den Zeugnisnoten des zweiten Halbjahres der fünften Klasse und des ersten Halbjahres der sechsten Klasse zusammensetzt. Die Noten für Deutsch, Mathematik, Fremdsprachen und Naturwissenschaften zählen doppelt. Bei einem Durchschnitt bis 2,2 bekommt das Kind eine Empfehlung für das Gymnasium, kann aber auch eine Sekundarschule wählen. Ab einem Schnitt von 2,8 empfehlen die Lehrer den Besuch einer ISS. Zwischen 2,3 und 2,8 ziehen sie für die Empfehlung weitere Kriterien heran, beispielsweise wie belastbar das Kind ist.

Doch egal, was die Förderprognose aussagt: Letztendlich entscheiden die Eltern, auf welche Schulart das Kind gehen soll. Wählen sie bei einem Schnitt von 3,0 oder schlechter ein Gymnasium, müssen sie zunächst ein Beratungsgespräch an einem Gymnasium absolvieren.

Wie wählen die Schulen aus?

Wenn es an der Erstwunschschule mehr freie Plätze als Anmeldungen gibt, bekommt das Kind einen Platz – egal mit welchem Notenschnitt. Gibt es mehr Anmeldungen als freie Plätze, beginnt das Auswahlverfahren. Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf werden vorrangig aufgenommen, maximal vier Plätze pro Klasse werden dafür vergeben.

Rund 60 Prozent der Plätze werden nach den Auswahlkriterien der Schulen vergeben. Die meisten Schulen wählen nach den Noten aus. Einige Schulen bewerten Leistungen in bestimmten Fächern stärker, manche Schulen haben eigene Tests entwickelt. Welche Kriterien die Schulen anlegen, erfährt man direkt von den Schulen, es steht auch online in den Schulporträts der Senatsbildungsverwaltung: www.berlin.de/schulvz.

Zehn Prozent der Plätze werden für Geschwisterkinder und Härtefälle reserviert. Und 30 Prozent der Plätze werden verlost. Geht das Kind auch dabei leer aus, kommt die Zweit- oder Drittwunschschule ins Spiel. Kinder, die im Bezirk der Schule wohnen, werden dabei bevorzugt. Ins Losverfahren kommt man aber nur an der Erstwunschschule. Bis Ende Mai erhalten die Familien Bescheid.

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