Schule : Attraktive Neuheiten bei fast jeder Marke

Viele Hersteller dringen in ganz neue Marktsegmente vor

Ingo von Dahlern

Der große Herbstsalon in Paris hat seine Tore geschlossen, die Neuheiten des Herbstes und des nächsten Frühjahrs haben sich dem Publikum gezeigt und bei den Händlern wird in diesen Wochen Platz geschaffen für manches neue Modell, das schon kurz nach der Premiere in Paris für die Kunden bereit steht. Wie zum Beispiel der neue Renault Mégane, der mit seinem eigenwilligen Design ganz neue Akzente in der Golf-Klasse setzt und schon in zwei Wochen bei den Händlern eintrifft. Und er kommt nicht allein. Denn zusammen mit ihm hat die nunmehr vierte Auflage eines Klassikers Premiere – der neue Espace, der 1984 seine bislang mehr als erfolgreiche Karriere als erste europäische Großraumlimousine begann.

Und damit fällt auch gleich das Stichwort für eine ganze Familie von Großraumlimousinen, deren neueste Generation in diesen Wochen bei den Händlern eintrifft. Die Rede ist von der neuen Generation des Eurovan, den Fiat und die PSA-Gruppe seit 1994 gemeinsam im nordfranzösischen Valenciennes bauen und der als Citroën Evasion, Fiat Ulysse, Lancia Zeta und Peugeot 806 ebenfalls Karriere gemacht hat. Citroën C8, Fiat Ulysse, Lancia Phedra und Peugeot 807 heißen die rund 28 Zentimeter längeren Nachfolger mit noch variablerem Innenraum, den mittig angeordneten Instrumenten und einem neuen Motorenprogramm, bei dem der direkt einspritzende 94 kW (128 PS) leistende 2,2-Liter-Turbodiesel mit Common Rail und Partikelfilter, der bereits bei 2000/min sein höchstes Drehmoment von 314 Nm liefert, eines der attraktivsten Triebwerke ist. Und im Unterschied zur alten Generation unterschieden sich die vier Eurovans nun auch optisch stärker voneinander als bisher.

Nicht nur beim Eurovan spielt der Diesel eine besonders wichtige Rolle. Denn in allen Klassen setzt sich nun auf dem deutschen Markt diese Motorenart immer stärker durch. Denn längst sind moderne Direkteinspritzer mit Hochdruckeinspritzung – sei es mit Common Rail, mit Pumpe-Düse-Technik oder der Radialkolben-Einspritzpumpe VP44 von Bosch – in fast allen Fahrzeugklassen präsent. Und das zusehends auch bei den verschiedenen Herstellern aus Fernost. So läuft bei Toyota derzeit eine umfangreiche Diesel-Offensive, mit der Japans Nummer eins knapp zwei Dutzend Modelle mit Selbstzünder aus seinem aktuellen Programm in den Mittelpunkt stellt.

Regelrechte Stars sind moderne Diesel inzwischen in der Oberklasse. Jüngstes Beispiel dafür ist der bärenstarke V10-Turbodiesel im neuen Volkswagen Touareg, der aus einem Hubraum von 5,0 Liter eine Leistung von 230 kW (313 PS) und ein höchstes Drehmoment von 750 Nm bei nur 2000/min liefert und künftig auch im neuen Volkswagen-Oberklassemodell Phaeton eingesetzt werden wird. Er ermöglicht dem schweren Allradler bei einem Durchschnittsverbrauch von nur 12,2 l/100 km Fahrleistungen eines flinken Sportlers. Sportlich flott sind auch die erst in diesen Wochen eingeführten neuen BMW 730d und 740d, letzterer mit einem 3,9-Liter-V8 mit 190 kW (258 PS) unter der Haube, der schon bei 1900/min sein höchstes Drehmoment von 600 Nm liefert. Und auch der soeben erst gründlich überarbeitete Mercedes S 400 CDI mit seinem 4,0-Liter-V8 mit 184 kW (250 PS) und maximal 560 Nm bei 1700/min überzeugt durch sportliche Dynamik und Agilität. Darauf können sich auch Käufer der soeben erst eingeführten neuen Generation des Audi A8 freuen, der vom nächsten Jahr an auch mit einem 4,0-Liter-TDI-V8 mit 199 kW (270 PS) ausgerüstet wird.

Doch auch bei den Kompakten und in der Golf-Klasse gibt es inzwischen viele hochmoderne Diesel und auch interessante Kooperationen, wie zum Beispiel bei den kleinen 1,4-Liter-Triebwerken zwischen Ford und Peugeot. Und mit einer zweiten Generation seiner Common-Rail-Motoren unter dem Namen Multijet tritt jetzt auch Fiat an – das Unternehmen, das 1988 im Croma den ersten modernen Direkteinspritzer auf den Markt brachte. Fiat steht auch für eine andere Entwicklung, die in den nächsten Monaten und Jahren auch in Deutschland mehr Gewicht bekommen dürfte – Fahrzeuge mit Erdgasantrieb nämlich. Dieser praktisch aus Methan bestehende Energieträger verbrennt sehr viel sauberer als unsere Flüssigkraftstoffe, ist weltweit in großen Mengen verfügbar und genießt bei uns den Vorteil bei bis 2009 festgelegten niedrigen Steuersätzen nur halb so viel zu kosten wie Benzin. Und mit dem Multipla Bipower bietet Fiat ein Erdgasautos, das mit seinen Unterbodentanks nicht die geringste Einschränkung beim Innenraum erfordert und zudem nicht teurer als ein Serien-Diesel ist. Neben Fiat sind es vor allem Ford, Opel und Volvo, die mehrere Erdgasfahrzeuge im Programm haben und soeben erst meldete sich in dieser Klasse nun auch Volkswagen zu Wort – mit dem Golf Variant Bi Fuel, der von sofort an für Preise von 23 125 Euro an bei den Händlern steht.

Gut aufgestellt zeigt sich nach dem Tief zur Jahrtausendwende inzwischen die deutsche Ford-Tochter, die mit dem Fiesta, der jetzt auch als eigenständiger Dreitürer angeboten wird, sowie Focus und Mondeo drei ausgesprochen erfolgreiche Baureihen im Programm hat und die mit Modellen wie dem Fusion oder dem Transit Connect und dem eben erst vorgestellten Roadster StreeKa und SportKa in bislang nicht bediente Bereich des Marktes vordringt. Das tut auch die DaimlerChrysler-Marke Smart, die inzwischen mit dem Smart Roadster durch Europa tourt und gerade erst in Berlin Station gemacht hat. Und auf gutem Weg zurück zur Straße des Erfolges ist inzwischen auch Opel mit dem rundum gelungenen neuen Vectra und dessen besonders sportlicher Variante Vectra GTS, neben die bald schon der innovative Signum und auch der besonders kompakte Minivan Meriva auf Corsa-Basis treten werden. Und Neuland beschreitet in einem Gemeinschaftsprojekt mit Volkswagen schließlich Porsche mit seiner dritten Baureihe Cayenne, die, wie schon das VW-Schwestermodell Touareg, völlig neue Akzente in der Klasse luxuriöser und zugleich sportlicher Allrad-Geländewagen setzt.

Zu den Stars auf dem europäischen Markt gehören derzeit zweifellos die Franzosen. Und neben Renault mit zum Teil geradezu waghalsigen neuen Design-Ansätzen sind es hier die beiden PSA-Marken Peugeot und Citroëen, die geradezu auf einer Welle des Erfolges schwimmen. Denn mit dem 206 und seiner erst in diesem Jahr neu eingeführten Kombi-Version sowie dem Cabrio-Coupé 206 CC und dem 307, den es inzwischen ebenfalls als Kombi und als besonders attraktive Variante mit großem Panoramadach gibt, hat die Marke mit dem Löwen zwei Volltreffer gelandet. Und das verspricht auch die inzwischen präsentierte Cabrio-Version des 307 zu werden. Und zu den attraktivsten Neuheiten bei Citroën gehört neben dem C3 sicher der auf der Basis des C3 entwickelte Verwandlungskünstler Pluriel, der neues Leben in die Klasse der Kompakten bringt. Und in neuer Optik und mit verbesserter Technik tritt auch der preiswerte und geräumige Berlingo auf – das gilt auch für dessen Schwestermodell Peugeot Partner.

Ein neuer Cordoba von Seat sowie der neue 1,2-Liter-Dreizylinder als neuer Basismotor beim Skoda Fabia, die neue Generation des Saab 9-3 und der SUV XC 90 von Volvo, mit dem die Schweden erstmals in diesem Segment auftreten, sind weitere Neuheiten aus Europa, neben die in diesen Wochen auch einige sehr interessante neue Modelle aus Fernost getreten sind. Einen durchaus erfolgversprechenden Start hatte Mazda inzwischen mit dem rundum gelungenen Mazda6 als Nachfolger des 626, erfolgversprechend ist die neue Generation des Nissan Micra mit seinen zahlreichen Modellvarianten und mit neuer Optik kommt neben der soeben erst vorgestellten neuen Generation des Subaru Forester auch der Impreza. Suzuki hat für das nächste Jahr für alle Modelle auch moderne Dieselmotoren angekündigt und bei Mitsubishi geht der Nachfolger des Colt seiner Vollendung entgegen, während Honda schon in Kürze seinen neuen Accord vorstellt.

Und inzwischen gut in Deutschland etabliert ist auch Hyundai, wo man soeben erst mit dem Getz einen interessanten Kompakten vorstellte, sowie die Hyundai-Marke Kia, die mit dem Sorento einen überzeugenden Schritt in die SUV-Szene gestartet hat und zudem ihrem Rio ein Facelift verpasst hat. Und auch bei Daewoo scheinen sich nach der Übernahme durch GM jetzt die Fronten zu klären und mit dem kompakten Kalos ist auch die dritte große Korea-Marke auf dem deutschen Markt auf gutem Weg, wieder ins Geschäft zu kommen. Kurzum, wer noch in diesem Herbst oder Anfang des nächsten Jahres ein neues Auto kaufen möchte, der findet bei so gut wie jeder Marke und in fast allen Klassen attraktive Herbstneuheiten oder kann sich jetzt schon auf interessante Modelle freuen, die im Frühjahr zu den Händlern rollen werden.

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