Schule : Auf das Fahren im Winter vorbereitet sein

Schnee, Eis und Nebel erhöhen Risiken / Fahrzeug vorbereiten und Fahrstil anpassen

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Zwar sind die Winter vielerorts nicht mehr so kalt und streng wie noch vor wenigen Jahrzehnten. Dennoch hat sich für die Autofahrer an der Ausgangssituation in dieser ungemütlichen Jahreszeit nichts geändert. Denn wenn Schnee und Eis die Straßen überziehen oder Nebel die Sicht behindert potenzieren sich die Risiken der automobilen Fortbewegung.

Eine gute Vorbereitung auf die winterlichen Verhältnisse, erhöhte Aufmerksamkeit und Konzentration, defensive, vorausschauende Fahrweise und natürlich auch ein technischer Check des Fahrzeugs selbst sind deshalb unabdingbare Grundlage für sichere Mobilität in der kalten Jahreszeit. Zudem profitieren die Lenker so viel wie selten zuvor von den sicheren Fahreigenschaften moderner Autos. Eine wesentliche Rolle dabei spielen die zahlreichen elektronischen Helfer vom ABS über die KurvenBremskontrolle (CBC) und den mechanischem Bremsassistenten (MBA) bis zum elektronischen Stabilitätsprogramm (ESP) mit integrierter Traktionskontrolle (TCS). Hinzu kommen die modernen Gurtsysteme, aktive Kopfstützen und immer aufwändigere Airbagsysteme.

Auch auf das beste Material kann man sich nur dann verlassen, wenn es vor dem Einsatz regelmäßig geprüft wird. Deshalb ist eine Inspektion des Autos vor dem direkt bevorstehenden Wintereinbruch dringend angeraten.

Speziell für den Winter empfehlen sich außerdem Winterreifen. Die Mindestprofiltiefe sollte vier Millimeter betragen. Außerdem sollten die Reifen nicht älter sein als vier bis fünf Jahre, weil das Gummimaterial altert.

Bei der Motorkühlflüssigkeit verhindert der Zusatz von Gefrierschutzmittel das Vereisen der Kühlflüssigkeit bei niedrigen Temperaturen und damit einen Motorschaden.

Die kalte Jahreszeit ist für die Batterie problematisch, weil beim Kaltstart des Motors mit hochviskosem Öl sehr viel Strom verbraucht wird. Bei der Spannungsüberprüfung sollte auch der Säuregehalt nicht vergessen werden.

Ein Gefrierschutzmittel im Waschwasser verhindert ein Anfrieren des Wassers auf der kalten Windschutzscheibe und das Zufrieren der Waschwasserdüsen und -leitungen.

Ebenso wichtig ist es, die Fahrweise winterlichen Fahrbahnbedingungen anzupassen. Entscheidend dabei ist die richtige Geschwindigkeit. Deshalb sollten Autofahrer ihren Fahrstil den winterlichen Verhältnissen anpassen und verantwortungsvoll und rücksichtsvoll fahren. Dazu gehört ausreichender Abstand zum Vordermann, der wegen des viel längeren Bremswegs auf Schnee und Eis besonders wichtig ist. Um schwierige Straßenverhältnisse zu erfassen, bietet sich ein Bremstest an – aber nur dort, wo niemand gefährdet wird.

Vorsicht ist beim Anfahren geboten. Zu heftiges Beschleunigen auf Eis oder Schnee lässt die Räder durchdrehen. Oft bietet es sich an, im 2. Gang anzufahren.Gefährlich sind abrupte Lenkmanöver. Denn auf glatter Fahrbahn reagiert das Auto schneller auf Lenkbewegungen, die zu einer Reduzierung der Fahrstabilität und somit zu Schleuderbewegungen führen können. Und Vorsicht gilt auch für den Umgang mit der Bremse. Beim Fahren auf Gefällstrecken sollte man die Motorbremse nutzen und auf Glatteis zum Bremsen die Kupplung lösen.

Bei winterlichen Straßenverhältnissen sollte man auf den Hauptstrecken bleiben. Denn die sind in der Regel nicht nur besser ausgebaut, sondern werden meist auch zuerst geräumt oder gestreut.

Besondere Vorsicht ist auf Brücken angesagt. Bei aufkommendem Frost bildet sich auf Brücken und hier vor allem Stahlbrücken schneller Glatteis. Mit Glatteis rechnen muss man auch, wenn entlang der Straße Wald steht, der von Schneisen unterbrochen wird. Da hier der kalte Wind stärker einfällt, bildet sich an diesen offenen Stellen schneller Glatteis.

Aber auch die körperliche Fitness sollte trainiert werden. Denn sobald Energie und Konzentration nachlassen, steigt das Unfallrisiko beträchtlich. Und bevor man im Winter auf Tour geht, sollte man den Wetterbericht und die Verkehrsnachrichten verfolgen. Wenn man rechtzeitig weiß, womit man unterwegs und am Zielort rechnen muss, stellen schlechtes Wetter und Staus keine Überraschung dar. Und das wiederum baut Stress ab.

Und auch auf der Fahrt gilt es, einige Grundregeln zu beachten. Dazu gehören regelmäßige Pausen, die Übermüdung verhindern. Das ist besonders wichtig bei schwierigen Verkehrsverhältnissen und schlechter Sicht.

Ebenso wichtig ist eine gesunde Ernährung. Leichte Mahlzeiten, viel frisches Obst und Gemüse und ausreichende Flüssigkeitszufuhr helfen, wach zu bleiben.

Auch im Winter braucht man bequeme Kleidung. Vor dem Einsteigen sollte man dicke Jacken und Mäntel ausziehen. Das ist nicht nur bequemer, sondern auch sicherer , nicht zuletzt auch wegen des optimalen Sitzes des Sicherheitsgurts.

Wenn man in einen größeren Stau gerät und mehrere Stunden im auskühlenden Fahrzeug verbringen muss, hilft eine Decke die Körperwärme zu speichern. Und ein kalorienreicher Energieriegel beugt körperlichem Abbau vor. mm

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