Schule : Auf der Suche nach einem Gedenkort

Wo aber ist der rechte Ort für das Denkmal, dem der Bundestag zugestimmt hat? Die Schöneberger Schüler zogen durch die Stadt und erfuhren, was an den geschichtsträchtigen Stellen passiert ist. Es geht ja nicht nur um die Mauer, sondern auch um frühere Freiheitsbestrebungen der Deutschen, etwa während der Märzrevolution 1848.

Sie haben sich auch gefragt, wie nah das Denkmal am früheren Mauerstreifen stehen darf. Am Alexanderplatz oder auf der früheren Schlossfreiheit? Der Sockel des einstigen kaiserlichen Nationaldenkmals ist leer – aber die Zehntklässler haben im Gewirr dieses Platzes, noch dazu bei einem kräftigen Platzregen, den Ort am Rande des Spreekanals gar nicht entdeckt. „Wir haben uns dagegen entschieden, da die Baustelle noch mindestens fünf Jahre stehen bleibt“, schreiben Kevin, Sarah, Aynan, Antonina und Lennart.

Jacko beurteilt den Pariser Platz als Denkmalsort so: Dafür spricht, dass viele Touristen wegen des Brandenburger Tores kommen, dagegen, dass das Denkmal „untergehen“ würde, weil schon zu viel Sehenswertes da ist. Das trifft auch auf den Checkpoint Charlie zu, der ist eigentlich schon Geschichte genug, das Denkmal käme zu kurz. Philip, Stefan und Francoise haben sich gegen die Leipziger Straße entschieden, als Gründe nennen sie Desinteresse, lauten Verkehr, keine Touristen, zu viele Häuser ringsum. Die Erkunder beim Platz des 18. März ziehen das Fazit, dass der Ort ungeeignet ist, „da das Brandenburger Tor eine größere Bedeutung hat, würde es das Denkmal in den Schatten stellen“.

Mit dem Alex gehen sie hart ins Gericht: „Es gibt zu viele andere Sehenswürdigkeiten, die Atmosphäre wäre zu trostlos“. Bleibt nur der große Favorit übrig – der Platz der Republik vor dem Reichstagsgebäude. „Dort ist immer noch genügend Platz, und der Ort zieht viele Touristen an. Außerdem ergibt es ein gutes Gesamtbild. Es passt gut rein, da man auf der Wiese auch picknicken kann. Und: Es steht zwischen dem alten Reichstag und dem neuen Bundeskanzleramt.“

„Es hat uns allen Spaß gemacht, wir sind schlauer geworden“, sagt Lehrerin Beate Offrich. Wenn eines Tages das Denkmal eingeweiht wird, erinnert sich vielleicht mancher an die Ortssuche, damals, im Herbst 2007, als sie 15 waren: „Weißt du noch...?“ Lo.

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