Schule : Auf leisen Pfoten

Jaguar hat seinem „kleinen“ X-Type einen neuen 2,2-Liter-Turbodiesel verpasst

Ingo von Dahlern

Auch beim kleinsten Jaguar, dem Mittelklassemodell X-Type, soll es künftig nicht mehr den geringsten Zweifel geben, dass dieses Auto ein Luxusauto der Premium-Klasse ist. Mit dem neuen Modelljahrgang, der im September zu den Händlern kommt, setzt Jaguar konsequenter als bisher auf den Kern der Marke. So bilden bei der neu strukturierten Modellpalette auch in der Mittelklasse die besonders umfangreich und edel ausgestatteten Executive-Versionen den Schwerpunkt des Angebots. Lediglich als Einstiegsmodell gibt es künftig noch die Classic-Variante des Turbodiesels, der zugleich mit einem neuen größer und kräftiger gewordenen Motor antritt – einem 2,2-Liter-Vierzylinder, der 114 kW (155 PS) leistet und mit sportlichem Antritt und extremer Laufruhe Jaguars Premium-Anspruch gerecht wird.

„Steht man neben einem Jaguar und einem Wettbewerber, so hört man nur den Wettbewerber“ – dieser Spruch aus dem Mund von Jaguar-Verantwortlichen klingt schon ein wenig arrogant. Aber er stimmt, wie eine erste Begegnung mit dem neuen Diesel bestätigte. Gewiss, man hat enormen Aufwand getrieben, den größer gewordenen Selbstzünder leiser zu machen und die noch verbleibenden Geräusche zu dämmen. Aber dabei war man so erfolgreich, dass dieser Diesel im Leerlauf nur noch flüstert.

Fordert man ihn, dann kommt er ohne aufdringliches Geräusch, aber verblüffend kraftvoll zur Sache, lässt den frontgetriebenen X-Type in nur 8,9 Sekunden Tempo 100 und auf freier Strecke bis zu 220 km/h erreichen. Eine kurzfristige Ladedruckerhöhung, ein so genannter „Overboost“, sorgt bei flotten Überholmanövern dafür, dass ausreichend Kraft zur Verfügung steht. So liefert der mit einem Turbolader mit elektrischer Verstellung der Turbinengeometrie ausgestattete Selbstzünder statt der normalen 360 Nm bei 1800/min bei Bedarf rund elf Prozent mehr – nämlich 400 Nm. Das trägt dazu bei, dass man den mit einem eng abgestuften Sechsganggetriebe ausgestatteten kleinsten Diesel aus dem Jaguar-Stall ebenso sportlich bewegen kann, wie die beiden V6-Benziner mit 144 und 169 kW (196 und 231 PS).

Dem 2,5-Liter-V6, der binnen 8,6 Sekunden Tempo 100 und maximal 222 km/h erreicht, ist der neue Turbodiesel damit absolut ebenbürtig. Mit dem Vorteil allerdings, dass an der Zapfsäule je 100 Kilometer Fahrtstrecke im Durchschnitt statt 9,6 Liter nur sechs Liter nachgetankt werden müssen. Ein Pluspunkt für die beiden Benziner ist allerdings, dass sie mit einem permanenten Allradantrieb ausgestattet sind. Das schafft besonders hohe Fahrsicherheit auch bei extremen Straßenverhältnissen.

Keine Gedanken muss man sich um Rußpartikel machen, denn der in enger Kooperation mit der Konzernmutter Ford entwickelte neue 2,2-Liter-Turbodiesel verfügt als Serienausstattung in Deutschland über einen wartungsfreien Rußpartikelfilter, auch wenn er die Abgasnorm EU4 ohne diese Technik erfüllt. Angeboten wird der Diesel übrigens sowohl in der Limousine als auch im Estate, dem ersten Kombi von Jaguar, der seit knapp zwei Jahren auf dem Markt ist und inzwischen einen Anteil von 75 Prozent an den X-Type-Verkäufen hat, wobei ebenfalls rund 75 Prozent aller X-Type mit einem Diesel ausgestattet sind.

Bis auf den X-Type 2,2L Diesel Classic, der als Limousine 28 900 Euro und als Estate 30 800 Euro kostet, tritt der X-Type in allen drei Motorisierungen künftig nur noch mit der Executive-Ausstattung an. Die zeigt mit viel Chrom, edlem Leder und Edelhölzern nicht nur, dass auch der kleinste Jaguar ein typischer Brite ist, sondern vor allem auch, dass er trotz seiner kompakten Maße in die Luxusklasse gehört. So hat er ein elegantes Leder-Holz-Lenkrad mit Mahagoniholz, wie man es auch an der Armaturentafel und in den Türeinlagen findet, Chrom am Grill, an den Außenspiegeln, den Seitenscheibenrahmen und den Einstiegsleisten sowie attraktive Leichtmetallräder mit 16 oder 17 Zoll. Zur Komfortausstattung gehören Ledersitze mit zweistufiger Sitzheizung vorn und achtfacher elektrischer Verstellung auf der Fahrerseite, eine Klimaautomatik mit Pollenfilter, ein 140-Watt-Audiosystem mit CD-Player und sechs Lautsprechern sowie edle Velours-Teppiche. Daneben bieten die kleinsten Modelle von Jaguar auch ein umfangreiches Sicherheitspaket – von sechs Airbags mit Sitzpositionssensoren für den Fahrer und Sitzbelegungssensoren für den Beifahrer über ein ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung und Bremsassistent bis zur Fahrdynamikregelung.

Die exklusive Ausstattung hat allerdings auch ihren Preis. Die Limousinen kosten als Executive 34 100 Euro (2.2l Diesel), 36 500 Euro (2,5l V6) und 39 700 Euro (3,0l V6). Für die jeweiligen Estate-Modelle muss man jeweils 1800 Euro drauflegen.

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