Schule : Auf rutschsicheren Reifen

Fünf Schüler belegten beim Wettbewerb „Business@school“ den zweiten Platz

Susanne Thams
Sichere Sache. Roman Weidinger, Angel Ponew, Jannik Kleesiek, Lynn Türk und Robin Craatz (v.l.n.r.) entwickelten einen Fahrradreifen für Eis und Schnee. Foto: Promo
Sichere Sache. Roman Weidinger, Angel Ponew, Jannik Kleesiek, Lynn Türk und Robin Craatz (v.l.n.r.) entwickelten einen...

Der lange Winter brachte fünf Schüler auf eine geschäftstüchtige Idee: Um das Radfahren bei Eis und Schnee sicherer zu machen, knobelten Angel Ponew, Lynn Türk, Roman Weidinger, Robin Craatz und Jannik Kleesiek an einer Winterreifenvariante fürs Rad. „Wir waren genervt, dass wir wegen des Glatteises auf den Bus ausweichen mussten“, sagt der 16-jährige Angel Ponew, „und das Problem kennen ja viele.“

Mit ihrer Idee nahmen die Zehntklässler des Tempelhofer Luise-Henriette-Gymnasiums am Schülerwettbewerb „Business@school“ der Unternehmensberatung Boston Consulting Group teil – wie bundesweit 2000 Gymnasiasten. Letzten Mittwoch belegten die Berliner bei der Regionalausscheidung den zweiten Platz.

Ihre Verkaufsidee: Eine rutschsichere Reifenbeschichtung. Aus dem englischen Wort von „Griff geben“ leiteten sie ihren Produktnamen ab: „Grippies“. Das Prinzip ist einfach: Auf einen Kunststoffstreifen wird eine Sandkörnung geklebt, die bei Eis und Schnee Halt gibt. Der Streifen aus thermoplastischem Material wird mit einem Föhn erhitzt und legt sich dabei wie eine zweite Haut um den Mantel.

Eine gute Idee allein reichte allerdings nicht, um am Wettbewerb teilzunehmen: In einem Businessplan brachten die Schüler mit Hilfe zweier professioneller Unternehmensberater Marktsituation, Produktion, Vertriebswege sowie Gewinnchancen aufs Papier – und machten dabei die ersten Überstunden ihres Lebens.

Bei der Regionalausscheidung der besten acht Teams aus Nordbayern, Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen konnten sich die „Grippies“ als einzige Berliner in der Vorrunde durchsetzen. Bis ins Finale, das im Juni in München stattfindet, schafften es die Berliner Zehntklässler dann allerdings nicht – ihre Idee verlor gegen ein Handtaschenprojekt mit wechselbaren Außenbezügen aus Mecklenburg-Vorpommern. Das will in Zukunft Frauen das lästige Umräumen des Tascheninhalts ersparen. „Natürlich waren wir enttäuscht, nicht weiterzukommen“, sagt Angel Ponew, „aber wir sind stolz, es überhaupt so weit geschafft zu haben.“

In die Tat umsetzen wollen die Tempelhofer Schüler ihre Reifeninnovation vorerst nicht – noch fehlt es am nötigen Kapital. „Wir müssten 2000 Euro für die erste Produktion aufbringen“, sagt Angel Ponew. „Da drücken wir erst mal lieber weiter die Schulbank.“ Dennoch: In Zukunft als Unternehmer tätig zu werden, ist dieses Schuljahr in greifbare Nähe gerückt. Daran, einen Businessplan zu schreiben, scheitern die fünf Gymnasiasten künftig garantiert nicht. Susanne Thams

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