Schule : Auftrieb für neuen Antrieb

Im Bereich der kleinen Transporter gibt es viele neue Modelle – und immer mehr fahren mit alternativen Kraftstoffen, zum Beispiel Erdgas

Ingo von Dahlern

Bei den Transportern gehört der Fiat Doblò Cargo von den Dimensionen her in die Riege der flinken City-Fahrzeuge und damit in die Klasse, die lange Zeit von französischen Modellen wie Renault Kangoo, Peugeot Partner und dessen Schwestermodell Citroen Berlingo beherrscht wurde. Als erste Antwort auf dieses sehr erfolgreiche französische Trio, das es sowohl in reinen Nutzfahrzeug-Varianten als auch in komfortabler ausgestatteten Personenwagen-Versionen gibt, trat die erste Doblò-Generation im Jahr 2000 an und schloss jene Lücke, die der Fiat Fiorino hinterlassen hatte.

Bald darauf wachten schließlich auch die deutschen Hersteller auf, die mit Ford Transit Connect, Opel Combo und VW Caddy ebenfalls Transporter im so genannten Monocab-Design auf die Räder stellten. Im Unterschied zu ihren Vorgängern, die aus einem Fahrerhaus mit angefügtem Laderaum bestanden, bilden Fahrerhaus und Laderaum hier eine Einheit mit durchgehender Dachlinie. Deshalb gibt es für Fahrer und Beifahrer eine geradezu großzügige Kopffreiheit, hervorragende Sicht rundum und ausreichend Platz für Ablagen im oberen Dachteil.

Neuestes Modell in dieser Klasse ist die soeben bei den Händlern eingetroffene zweite Generation des Fiat Doblò, die noch vor ihrem Start als „Van of the Year 2006“ ausgezeichnet wurde. Gegenüber dem bisherigen Doblò zeigt die neue Generation eine sehr viel gefälligere – stark am aktuellen Pkw-Design orientierte – Optik mit Doppelscheinwerfern im Klarglas-Look, einem unverkennbaren V-Profil und prägnant ausgeformten Stoßfängern. Innen lassen auch bei der reinen Nutzfahrzeug-Version Doblò Cargo Armaturenbrett, neue Farben und neuen Sitzbezüge und Türverkleidungen die bei früheren Transportern oft spartanische Nutzfahrzeugatmosphäre vergessen. Die Lenker dieser modernen Citytransporter erwartet heute rundum Pkw-Atmosphäre.

Transportergerecht präsentiert sich der Laderaum, bei dem Fiat dem Prinzip der breiten seitlichen Schiebetüren in Verbindung mit der asymmetrisch geteilten Hecktür und einem ebenen Laderaumboden treu blieb. Zu den wichtigsten Neuerungen beim Doblò Cargo zählt eine nun angebotene zweite Karosserieversion mit längerem Radstand. Dieser Doblò Cargo Maxi – der Renault Kangoo Maxi lässt grüßen – bietet einen 38 Zentimeter längeren Laderaum mit rund vier Kubikmeter Ladevolumen, einer Innenraumlänge von 2,05 Metern und einer Nutzlast von 775 Kilogramm. Damit setzt er sich an die Spitze seiner Klasse und wird auch mit sperrigem Ladegut bequem fertig.

Neu bei den Motoren ist ein 1,4-Liter-Benziner mit 57 kW (77 PS), der die Motoren 1.2 8V und 1.6 16V ersetzt. Außerdem gibt es zwei moderne Multijet-Diesel – den 1.3 JTD Multijet 16V mit 55 kW (75 PS) und den 1.9 Multijet 8V mit 74 kW (100 PS). Ebenfalls angeboten wird als Doblò Cargo Natural Power eine Erdgas-Version des 1,6-Liter Benziners.

Erdgas als Antriebsenergie wird angesichts kräftig gestiegener und wohl auch weiter nach oben kletternder Preise für Benzin und Diesel zusehends attraktiver – denn dank einer bis 2020 geltenden Steuerbefreiung tankt man hier für weniger als den halben Preis – und schont neben dem Portemonnaie zugleich auch die Umwelt.

Zu den neuesten Vertretern dieser Erdgasfahrzeuge gehört der erst kürzlich vorgestellte Volkswagen Caddy Ecofuel. Sein 2,0-l-Motor mit 80 kW (109 PS) ist auf den Betrieb mit Erdgas optimiert, kann aber problemlos auch mit Benzin betrieben werden, wenn keine der derzeit rund 700 Erdgastankstellen in der Nähe ist. Eine interessante Neuerung beim Caddy ist außerdem das nun erstmals für dieses Auto verfügbare Direktschaltgetriebe.

Mit Erdgas fahren kann man schließlich auch bei Opel. Die Rüsselsheimer haben bereits im Sommer den Combo 1.6 CNG eingeführt. Sein Triebwerk leistet 71 kW (97 PS) und ist ebenso wie der Motor des Caddy auf den Betrieb mit Erdgas optimiert. Auch er kann notfalls mit Benzin fahren, wofür ein allerdings recht kleiner Tank mit 14 Litern zur Verfügung steht. Erdgas-Varianten ihrer City-Transporter Partner und Berlingo bieten auch Peugeot und Citroen an. Die sind mit einem 1,4-Liter-Motor mit 48 kW (65 PS) oder 50 kW (68 PS) ausgestattet.

Doch das Erdgasangebot beschränkt sich nicht auf die flinken City-Transporter. Mit dem Fiat Ducato Natural Power, dem Citroen Jumper 2.0 l Bivalent, dem Peugeot Boxer Kastenwagen Bivalent sind auch die bei mehreren Transporterprojekten kooperierenden Partner Fiat und PSA bei den größeren Transportern mit dabei. Auch Iveco bietet mit dem Daily CNG ein Erdgasfahrzeug an – und das gleich in einem Dutzend Varianten, die alle als monovalente Erdgasfahrzeuge mit Unterflur-Gastanks ausgestattet sind. Zu den deutschen Transportern, die auch mit Erdgas fahren, gehören der ebenfalls in mehreren Modellversionen angebotene Transit CNG, der als bivalentes Erdgasfahrzeug mit Unterflurtanks die Abgasnorm EU4 erfüllt. Mercedes schließlich bietet den Sprinter NGT an – als bivalentes Erdgasfahrzeug mit Unterflurtanks und einem 95 kW (129 PS) leistenden 2,3-l-Triebwerk.

Die Stuttgarter haben im Bereich Transporter dank Partikelfilter aber auch sehr saubere Dieselmodelle im Angebot. Viano und Vito waren ab Januar dieses Jahres die ersten Fahrzeuge ihres Segments, die den Rußfilter besaßen. Während der Viano auch als Familienvan beliebt ist, wurde der Vito „Van of the Year 2005“. Er erfülle kompromisslos alle Erfordernisse, die man von einem Transporter erwarte, urteilte die Jury aus Fachjournalisten.

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