Schule : Augen auf bei gelben Mützen

Viele Erstklässler sind ab heute Verkehrsteilnehmer

Dagny Lüdemann

Was ist in der Schultüte drin? Das ist wohl die Frage aller Fragen für rund 42000 Berliner Kinder, die heute, am Samstag, eingeschult werden. Schokolade ist sicher bei jedem drin, aber vielleicht kriegt der eine oder andere auch ein paar Murmeln oder einen Gummiball. Und wenn so eine Murmel dann vom Fußweg rollt oder der Flummi auf die Straße springt – dann hüpft schnell ein kleiner aufgeregter Erstklässler hinterher und begibt sich in Lebensgefahr.

Um Unfälle zu verhindern, sponsert der Auto-Hersteller Ford auch in diesem Jahr wieder eine quietschgelbe Schirmmütze für jeden Schulanfänger. „Damit werden die Kleinen nicht so leicht übersehen“, sagte der Berliner Bildungssenator Klaus Böger am Mittwoch bei der symbolischen Mützenübergabe vorm Roten Rathaus. Und der Verkehr müsse sich auf die Kinder einstellen, nicht umgekehrt. Polizeivizepräsident Gerd Neubeck bittet deshalb alle Autofahrer nachdrücklich, auch nach dem Schulanfang nicht zu vergessen, dass kleine Kinder oft allein auf Berlins Straßen unterwegs sind. Und Fußgänger sollten bedenken, dass Kinder falsches Verhalten nachahmen. „Bitte gehen Sie nicht bei Rot über die Ampel“, sagte der Polizeivize. Im Jahr 2004 verunglückten immerhin 969 Kinder auf Berlins Straßen.

„Eltern sollten den Schulweg mit ihren Kindern unbedingt einüben“, rät Wolfgang Atzler von der Unfallkasse Berlin. Bevor die Kleinen sich allein auf den Weg machten, sollten die Eltern gemeinsam mit ihnen den Schulweg zurücklegen. Wenn sie nach einigen Wochen Übung sicherer seien, könnten sie auch mit Freunden und Kindern aus der Nachbarschaft losgehen. Der kleine Toni hat es nicht so weit zur Schule. „Manchmal geht Mama mit, aber ich kann das auch schon alleine“, sagt der Sechsjährige, der ab heute in die Astrid-Lindgren-Grundschule geht.

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