Aus dem KLASSENZIMMER WIR MACHEN SCHULE : Ein Fest für Namenspatin Paula Fürst

Fotos: Mike Wolff

Was ich gerade lerne

Ich mag Naturwissenschaften, also „Nawi“, sehr gern, da lernen wir gerade etwas über die Wüste – wie Pflanzen mit dicken Blättern dort überleben. In Deutsch haben wir Nomen, und in GGP (Geografie, Geschichte und Politik) lernen wir, welche Länder zu Europa gehören, das finde ich sehr spannend. In Englisch hatten wir „The Royal Baby“, da hat unsere Lehrerin ein Bild von einem Baby mitgebracht, was schon eine Krone aufhatte – der Unterricht hat mir richtig dolle Spaß gemacht.

Was ich an meiner Schule mag

Die Hofpausen, die sind 20, 30 und fünf Minuten lang. Da kann man mal sein Gehirn richtig auslüften und neue Kraft tanken. Und dass sich unsere Lehrer die Zeit nehmen, einem was zu erklären, auch wenn die Stunde schon vorbei ist. Wie neulich meine Mathelehrerin. Ich hatte überlegt: Wie zeichnet man noch mal einen 83-Grad-Winkel? Sie hat es mir dann nach dem Unterricht gezeigt.

Was mich an meiner Schule stört

Dass der Unterricht immer 45 Minuten lang ist. Manchmal könnten die Stunden kürzer sein, da explodiert einem ja der Kopf! Nawi zum Beispiel könnte aber auch mal länger gehen. Und ich finde doof, dass unser Hausmeister schimpft, wenn wir mal auf dem Hof Fahrrad fahren. Aber ich verstehe auch, dass er nicht möchte, dass aus Versehen Kinder angefahren werden.

Aufgezeichnet von Annette Kögel

Bisher war sie als Reformschule Charlottenburg bekannt, jetzt heißt die Montessori-orientierte Schule in der Sybelstraße Paula-Fürst-Schule. Am vergangenen Freitag gab es anlässlich der Umbenennung ein großes Fest. Die Schüler der 2009 gegründeten Gemeinschaftsschule, die seit diesem Jahr auch eine Oberstufe hat, hatten sich zuvor mit dem Leben der Namensgeberin beschäftigt und präsentierten ihre Arbeiten. Paula Fürst war eine jüdische Pädagogin, die von 1933 bis 1938 die Theodor-Herzl-Schule am Kaiserdamm leitete. Sie war in der Reichsvereinigung der Juden für die jüdischen Schulen in ganz Deutschland zuständig und versuchte bis zuletzt, einen Schulbetrieb für die jüdischen Kinder aufrechtzuerhalten. Obwohl ihr dringend geraten wurde, Deutschland zu verlassen und obwohl sie noch 1939 einen Kindertransport nach London begleiten konnte, kam sie nach Berlin zurück.Im Juni 1942 wurde sie nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Tsp

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