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Jolinde, 16
Jolinde, 16

Was ich gerade lerne

Ich gehe auf eine Waldorfschule, das heißt wir haben Unterricht in Epochen. In dieser Epoche schleppen wir uns langsam und mithilfe der Euphorie unseres Mathematiklehrers durch die Funktionsrechnung. In Englisch kauen wir zum hundertsten Mal Nelson Mandela und Apartheid durch und in Deutsch brachte uns gerade die Märchenepoche wieder zu Rotkäppchen in den Wald. Hauptsächlich lerne ich, die nützlichen Hausaufgaben von den schwachsinnigen zu unterscheiden.

Was ich an meiner Schule mag

Wir haben unglaublich viel Freiraum und können unsere Schwerpunkte da setzen, wo sie uns interessieren. In der Oberstufe kann man auf „waldorftypische“ Fächer wie Werken oder Handarbeit verzichten, was für mich eine große Erleichterung ist, weil ich noch nie geschickt darin war, den roten Faden nicht komplett in der Nähmaschine zu verlieren. Stattdessen spiele ich jeden Tag Volleyball und wähle Deutsch so oft ich kann, denn Wörter lassen sich leichter formen als Holzstücke.

Was mich an meiner Schule stört

Am schlimmsten sind Lehrer, die denken, ihr Fach sei das wichtigste von allen. Und da soll noch mal einer sagen, wir Schüler seien egoistisch. Und Lehrer, die nicht auf den Punkt kommen. Man braucht keine zwanzigminütigen Ausschweifungen, um über den Tafeldienst zu sprechen. Im Großen und Ganzen sind aber sogar die Lehrer in Ordnung und ich kann mir nur schwer vorstellen, auf eine andere Schule zu gehen.

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