AusdemKLASSENZIMMER WIR MACHEN SCHULE : Nur nicht von Hausaufgaben träumen

Lydia, 10
Lydia, 10Foto: Björn Kietzmann

Was ich gerade lerne

In Mathe lerne ich Geometrie und was Symmetrieachsen sind, da spiegeln wir verschiedene Figuren. In Deutsch nehmen wir grade die verschiedenen Zeiten durch, also Präteritum, Präsens, Futur und so. Meine Lieblingszeitform ist Futur, weil das die Zukunft ist und ich gespannt bin auf meine eigene Zukunft. In Kunst bastle ich gerade eine Gans aus Pappmaschee zu Weihnachten. Mit meinen Freunden spiele ich dann immer, dass wir Wichtel sind und Wunschzettel von Kindern kriegen, die sich alle Gänse aus Pappmaschee wünschen.

Was ich an meiner Schule mag

Ich mag, dass der Hof so groß ist. Wir haben eine ganz große Kletterspinne. Und die meisten Lehrer sind ziemlich nett. Meine Klassenlehrerin finde ich toll, weil sie immer Streit schlichtet. Und sie ist zwar streng, wie eine Lehrerin sein muss, aber auch nett. Meine Schule ist eine Montessori-Schule, das heißt, wir arbeiten mit Materialien, wie zum Beispiel dem Wortartenquartett. Das finde ich gut, weil es mit Materialien leichter ist, Sachen zu lernen und es macht mehr Spaß.

Was mich an meiner Schule stört

Manche Lehrer sind zu streng und geben zu viele Hausaufgaben auf. Und manche Kinder sind ziemlich frech und laut. Wenn ich in der Klasse ein Buch lesen will und die rumschreien, kann ich mich gar nicht konzentrieren und muss die Seite noch mal lesen. Die Schulversammlungen in der Turnhalle nerven mich auch. Da kommt die ganze Schule zusammen und wir besprechen wichtige Themen. Aber manche Themen finde ich überhaupt nicht wichtig.ntw

Wie wäre es, wenn man sich von lästigen Hausaufgaben einfach wegträumen könnte? Und wohin könnte das dann führen? Antworten auf diese Fragen haben sich die Fünftklässler der Carl-Sonnenschein-Grundschule in Mariendorf überlegt und daraus ein Tanz- und Theaterstück gemacht. Am vergangenen Freitag haben sie es in ihrer Schule aufgeführt. Zwei Wochen Workshop gingen dem großen Auftritt voran, dabei hatten die Schülerinnen und Schüler professionelle Unterstützung. Über das Projekt „Tanz-Theater-Dialog“, das vom Projektfonds Kulturelle Bildung des Bezirksamts Tempelhof-Schöneberg gefördert wurde, standen ihnen Künstler wie David Sutherland, der lange Jahre als Solist am Stuttgarter Ballett unter John Cranko engagiert war, und die New Yorker Tanz-Dozentin Elizabeth Kahn zur Seite. Die Lehrerinnen der 5b, Ilona Körner und Gaby Weber-Wagnitz, haben sich dafür eingesetzt, die Kooperation möglich zu machen. Entstanden ist ein Gesamtkunstwerk mit Schauspiel, Musik, Tanz, Lichtinstallationen, Wandprojektionen und einem fantasievollen, selbst gebauten Bühnenbild, für das bei der Uraufführung das ganze Erdgeschoss der Schule einbezogen wurde. Ein Traum. svo

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