Ausstellung "Building Blocks" : Traumhaus für Anfänger

In den Nordischen Botschaften durften sich Berliner Schüler als Bauherren betätigen. Architekten realisierten die Entwürfe - bis 4. November sind die Häuser zu sehen.

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Das Haus der Schülerinnen vom Albert-Schweitzer-Gymnasium heißt Blickfänger - und ist auch einer.
Das Haus der Schülerinnen vom Albert-Schweitzer-Gymnasium heißt Blickfänger - und ist auch einer.Foto: Kai-Uwe Heinrich

Der Eingang zum Stachelschwein-Haus ist ein Bär. Damit ihr Lehrer nicht so leicht reinkommt, haben die Kinder der Kreuzberger Nürtingen-Grundschule nur eine schmale Öffnung in Bärenform vorgesehen. Denn schließlich ist es ein Haus für Kinder, das sich die Viertklässler ausgedacht haben. Jetzt steht es fertig gebaut in der Schwedischen Botschaft, und die Kinder rennen kichernd die schmalen Treppen hoch und runter, schauen durch die Luken und verzieren noch ein paar Wände. Außer dem „Piggsvin“ (schwedisch für „Stachelschwein“) gibt es noch vier weitere von Schülern gebaute Häuser, die derzeit in der Schwedischen Botschaft in der Ausstellung „Building Blocks“ zu sehen und zu erklettern sind.

Häuser-, Hütten- und Höhlenbauen ist wohl eines der beliebtesten Kinderspiele überhaupt. Selten jedoch haben Kinder beim Hausbau wirklich mitzureden. Nicht so bei „Building Blocks“; da waren die Kinder die Bauherren, die den Architekten erklärten, wie sie sich ihr Traumhaus vorstellen. Nicht immer einfach sei das gewesen, manchmal auch chaotisch, sagt Architekt Manfred Ortner, der die Ideen der Gruppe von der Nelson-Mandela-Schule in Wilmersdorf umsetzte. Und doch wünsche er sich viel öfter solche offenen und kreativen Diskussionen, auch mit seinen erwachsenen Kunden.

Kinder toben durch das Piggsvin-Haus.
Kinder toben durch das Piggsvin-Haus.Foto: Kai-Uwe Heinrich

Die fünf beteiligten Schülergruppen kommen aus ganz unterschiedlichen Berliner Bezirken. Die „Jungs-WG“ der Mendel-Grundschule aus Pankow hat sich eine Rutschstange, eine Werkstatt, einen Medienraum und einen Platz für die Haustiere gewünscht. Drei Mädchen vom Albert-Schweitzer-Gymnasium in Neukölln haben einen Pavillon mit Sonnendeck, Blumenkästen und schiefen Ebenen gebaut, der eigentlich den tristen Schulhof verschönern sollte. Daraus wird nun wahrscheinlich doch nichts, weil das Grünflächenamt nicht mitspielt. Mächtig stolz auf ihr Werk sind die Schülerinnen trotzdem. Sylvia Vogt

Bis 4. November ist die Ausstellung im Felleshus der Nordischen Botschaften zu sehen, Montag bis Freitag, 10 bis 19 Uhr, Samstag und Sonntag 11 bis 16 Uhr. Rauchstraße 1, Tiergarten. Immer sonntags finden offene Workshops für Kinder statt. Zudem gibt es ein umfangreiches Begleitprogramm für Kitas und Schulen. Mehr unter www.buildingblocksberlin.de.

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