Schule : Autoabend mit kabarettistischen Einlagen

Beim „Treffpunkt Mobil“ des Tagesspiegel gab es Wissenswertes mit Humor und Häppchen

-

Schwäbischer Dialekt fürs Thema Automobil – passt vorzüglich! Das fanden die Teilnehmer des zweiten „Treffpunkt Mobil“ des Tagesspiegel wohl nicht nur, weil die renommierten Marken Mercedes und Porsche in Stuttgart angesiedelt sind. In gepflegtem Schwäbisch referierte Branchen-Guru Hannes Brachat, Herausgeber des führenden Fachblattes „Autohaus“, auf dem Branchentreff über Serviceoptimierung in Vertragswerkstätten. Und das kam gut an bei den rund 100 geladenen Gästen am vergangenen Dienstagabend im Museum für Film und Fernsehen am Potsdamer Platz. In den Abend führte der Tagesspiegel-Geschäftsführer Clemens Riedl ein.

Den Autohändlern und Geschäftspartnern des Tagesspiegel gefielen nicht nur die Inhalte, sondern auch die „fast kaberettistische“ Art des Vortrags, als die sie mancher Gast wahrnahm. Dem Leiter des (ältesten Berliner) Autohauses Krauthahn in der Nestorstraße, Daniel Schnauck, waren zwar einige Botschaften schon vorher „ein bisschen bekannt“, ebenso dem Geschäftsführer des Porsche-Zentrums in der Franklinstraße, Detlef Splinter. Der Sportwagenhändler kam dennoch ins Schwärmen: „Ich bin gekommen, weil Professor Brachat ein glänzender Redner ist.“ Schnauck, der im Alltag unter anderem Modelle der Marken Aston Martin, Jaguar und Volvo verkauft, kam gerne ins Sony-Center – Kontaktpflege leicht gemacht.

Brachat, der an der Fachhochschule Nürtingen/Geislingen Automobilwirtschaft lehrt, brachte Einschübe, die seinen Zuhörern die Lachfalten ins Gesicht trieben. Der Auto-Professor forderte in seinen gestenreichen Ausführungen: „Wir brauchen dringlichst einen automobilen Fernsehkanal, nachdem es nun ja auch einen Bibel-Kanal gibt.“ Oder: „Ich kenne keine Kunden – außer die gestörten – die gern in die Werkstatt fahren.“ Kernaussagen waren aber diese: Die Werkstätten der Automarken müssten wirtschaftlicher arbeiten und ihr Teuer-Image gegenüber den freien Werkstätten loswerden. Den Teile- und Zubehörverkäufern, die das meiste Geld in die Werkstätten holten, müsse „täglich die Referenz erwiesen werden“. Für den Erfolg von Vertragswerkstätten zähle vor allem „die Kundenwertschätzung“ und „reelle Beratung“, so das Credo seines Vortrags über „Mehr Erträge durch Serviceoptimierung“, in dem er auch besseres Marketing für Autopreise, Reifen, Öl und Teile anmahnte.

Interessant für die Händler, die ja auch als Werbetreibende gekommen waren, war auch der zweite Vortrag des Berliner Rechtsanwalts Marcus W. Gülpen. Er sprach über „Kennzeichnungsverordnungen in der Werbung“. Da ging es um Feinheiten. Etwa darum, dass der „Kaufmann sich als Gewerbetreibender“ in Inseraten deutlich zu erkennen geben müsse. Das Kürzel „Fa.“ für Firma sei zu diesem Zweck jedoch irreführend und deshalb nicht erlaubt. Obligatorisch dagegen ist die Erwähnung der Emissionswerte und des Spritverbrauchs eines beworbenen Neuwagens – allerdings nur dann, wenn auch Motordaten wie Beschleunigung, Leistung oder Hubraum in der Anzeige auftauchen. Das gibt die „Pkw-Energieverbrauchskennzeichnungsverordnung“ vor, die für den Anzeigenmarkt mit Blick auf die Verwendung von Abkürzungen jedoch noch Fragen offen lasse.

Gäste der Werbebranche, für die der „Treffpunkt Mobil“ auch als Kontaktbörse funktionierte, waren sich einig: Die Referenten hätten das Gefühl vermittelt, „dass wir alle in einem Boot sitzen“. Im Anschluss an die Fachvorträge standen alle Teilnehmer zumindest gemeinsam an Tischen und ließen es sich schmecken. Die Häppchen waren ähnlich international wie die beim Tagesspiegel-Treff vertretenen Automarken. srw

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben