Berliner Schulgründung : Bis zur neunten Klasse keine Noten

In Wilmersdorf eröffnet im Sommer eine neue Schule. Zwei bekannte Namen sind dabei, die für Erfolg stehen. Am Mittwoch ist Infoabend.

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Reformerprobt. Jens Großpietsch leitete die Heinrich-von-Stephan-Schule in Moabit.
Reformerprobt. Jens Großpietsch leitete die Heinrich-von-Stephan-Schule in Moabit.Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Jedes Jahr gibt es ein paar neue freie Schulen in Berlin, aber diese hier könnte etwas ganz Besonderes werden. Initiator: Hotel-Meininger-Gründer Nizar Rokbani. Pädagogischer Leiter: Jens Großpietsch, der an der Heinrich-von-Stephan-Schule das „Wunder von Moabit“ vollbrachte. Beide werden am Mittwoch da sein, wenn sich interessierte Eltern über das Konzept der neuen Freudberg-Schule informieren können. Im Sommer soll an der Bundesallee in Wilmersdorf zunächst mit Erst- und Zweitklässlern gestartet werden.

„Wir erfinden Schule nicht neu, sondern kombinieren bewährte Unterrichtsmethoden mit neuen Erkenntnissen“, lautet die Ansage. Zu den Methoden zählen Projekt- und Freiarbeit sowie jahrgangsübergreifender Unterricht. Bis zur neunten Klasse soll auf klassische Schulnoten verzichtet werden. Damit die Eltern dennoch immer wissen, wo ihr Kind steht, wird der Lernprozess gemeinsam mit den Kindern dokumentiert, lautet die Ankündigung der Schulmacher, zu denen auch die Montessoristiftung als Träger zählt: Die Stiftung wird dann insgesamt sieben Schulen in Berlin unter ihrem Dach versammelt haben, darunter die Montessorischule Heiligensee, die Deutsch-Skandinavische Schule in Tempelhof und die Quinoa-Schule in Moabit.

Für den Initiator steht die Chancengleichheit im Vordergrund

Nizar Rokbani, 45, erklärt seine Motivation für die Schulgründung mit seiner eigenen Lebensgeschichte als Kind tunesischer Zuwanderer: Der Wunsch nach Chancengleichheit steht für ihn im Vordergrund. Darum soll es auch Stipendien für Kinder geben, deren Eltern sich kein Schulgeld leisten können. Ansonsten ist der Elternbeitrag einkommensabhängig gestaffelt und liegt zwischen 100 und 450 Euro im Monat. Eine Übersicht über die Staffelung findet sich auf der Homepage.

Die Schule soll als Gemeinschaftsschule bis zum Abitur führen und bietet ein Ganztagsprogramm. Für die Gestaltung des Angebots außerhalb des Unterrichts ist als „Bildungspartner“ das SOS Kinderdorf zuständig, das bereits an anderen Schulen diese Aufgabe wahrnimmt. Somit sind mit Großpietsch und der Montessoristiftung drei wichtige Berliner Schulinstanzen bei der Wilmersdorfer Gründung dabei.

Die Schule wird am 1. September ihre neuen Räume in der Bundesallee 35 beziehen. Der Infoabend am Mittwoch, dem 11. Mai, 18 bis 19 Uhr, findet im Organisationsbüro am Hohenzollerndamm 3 statt.

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