Berlins Lehrer : Verbeamtung ist nicht alles

Man wird abwarten müssen, ob der Senat die richtigen Schlüsse zieht. Ob er begreift, dass er handeln und die Bedürfnisse der jungen Lehrkräfte ernst nehmen muss.

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Eine interessante Meldung kam am Montag eher beiläufig von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft: Sie verkündete, dass die Lehramtsanwärter, also die Referendare in den Schulen, durchweg GEW-Vertreter in ihren Personalrat gewählt haben – Mangels Konkurrenz. Dazu muss man wissen, dass die GEW kein Freund der Lehrer-Verbeamtung ist. Die künftigen Lehrer wissen also genau, dass sie einer Vertretung die Stimme geben, die sich nicht für ihre Verbeamtung stark machen wird, sondern nur für gleichwertige Beschäftigungsverhältnisse.

Diese Botschaft ist von einiger Bedeutung – auch für den Senat. Es lohnt sich demnach für ihn, den jungen Lehrern bessere Arbeits- und Gehaltsbedingungen anzubieten. Es ist also keineswegs so, dass sie unisono blindwütig die Verbeamtung fordern und ansonsten nicht mit sich reden lassen.

Nun wird man abwarten müssen, ob der Senat daraus die richtigen Schlüsse zieht. Ob er begreift, dass er handeln und die Bedürfnisse der jungen Kräfte ernst nehmen muss. Denn anders kann er das Rennen um sie nicht gewinnen. Vor allem aber muss es schnell gehen. Andernfalls schwimmen den Schulen zum nächsten Sommer die Felle weg.

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