Bildung : Halbiertes Referendariat in der Kritik

Mit deutlichen Worten haben Berliner Lehrerausbilder die jetzt in Kraft tretende Halbierung des Referendariats kritisiert. Mit der Reduzierung auf ein Jahr riskiere der Senat eine "erhebliche Qualitätseinbuße", heißt es in einem dem Tagesspiegel vorliegenden Brief an Bildungssenator Jürgen Zöllner.

Betroffen von der Verkürzung des Referendariats sind nicht die Studienräte, die bis zum Abitur unterrichten, aber alle übrigen Lehrer. Ihre Ausbilder sind die sogenannten Seminarleiter, die jetzt Alarm schlagen. Sie bezeichnen es als „unabdingbar“, die Verkürzung des Referendariats zurückzunehmen. Das hohe Renommee, das die deutsche Lehrerausbildung international bisher habe, könne verloren gegen, wenn die Junglehrer künftig in größeren Lerngruppen und kürzerer Zeit ausgebildet werden müssten. Der Sprecher der Bildungsverwaltung, Kenneth Frisse, verwies darauf, dass das reformierte Lehramtsstudium stärker als früher der unmittelbaren Berufsvorbereitung diene. Zudem sei beschlossen, dass die Erfahrungen mit der verkürzten Referendariatszeit wissenschaftlich ausgewertet werden sollen. Erst 2012 werde entschieden, ob man daran festhalte.

Angesichts der unbestreitbaren Defizite bei der Unterrichtsqualität sei unverständlich, dass die Ausbildungszeit verkürzt werde, sagte Gerhard Schmid vom Bund Freiheit der Wissenschaft. Der Leitende Oberschulrat erinnerte an die Herausforderungen der Lehrer bei der Vermittlung von Deutsch als Zweitsprache und bei der Integration Behinderter. sve

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