Bildung : Mehr Geld für die Elite

Die Hochschulrektorenkonferenz hat von Bund und Ländern erneut eine 50-prozentige Aufstockung der Exzellenzinitiative gefordert.

Amory Burchard

Statt der 1,9 Milliarden für die ersten beiden Runden des Wettbewerbs für die Forschung an den Unis sollten 2011 in der zweiten Exzellenzinitiative 2,85 Milliarden Euro ausgelobt werden, sagte HRK-Präsidentin Margret Wintermantel am Mittwoch in Berlin und wiederholte damit eine Forderung des HRK-Mitgliederversammlung vom April. So könne sichergestellt werden, dass die besten der neun 2006 und 2007 bewilligten Zukunftskonzepte, der 37 Exzellenzcluster und der 39 Graduiertenschulen nach fünf Jahren fortgesetzt werden könnten. Gleichzeitig sollten auch neue Projekte eine Chance erhalten.

Bund und Länder, die sich die Kosten für die Exzellenzinitiative 75 zu 25 Prozent teilen, haben sich zwar für eine Fortsetzung ausgesprochen, sich aber noch nicht auf die finanzielle Ausstattung und die Bedingungen geeinigt. Die HRK sieht ihre Empfehlung als „Signal“ für den Bildungsgipfel, den Bundeskanzlerin Merkel im Herbst veranstaltet. Bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft, die den Wettbewerb mit dem Wissenschaftsrat ausrichtet, heißt es, die Mittel müssten deutlich erhöht werden, konkrete Zahlen wolle man aber noch nicht nennen.

Die HRK dringt auch auf eine Änderung der Wettbewerbsbedingungen. Exzellenzcluster – große Forschungsvorhaben – sollten nicht an den bisher vorgeschriebenen Satz von jährlich 6,5 Millionen Euro gebunden sein, sondern die Mittel nach ihrem Bedarf beantragen können. Die Cluster, mit denen sich eine Universität bewirbt, sollten sich künftig Partner nicht nur an außeruniversitären Instituten in ihrer Stadt, sondern auch in der Region suchen können. Statt der zwei Runden im ersten Wettbewerb solle es beim zweiten nur eine Runde geben – dafür aber eine siebenjährige Laufzeit der Projekte. Und die Lehre müsse eine größere Rolle spielen. Sie solle in der „dritten Säule“, dem Zukunftskonzept, verankert sein, mit dem die Unis erklären, wie sich zu einer international konkurrenzfähigen Spitzenhochschule entwickeln wollen.

Um die zusätzlichen Angebote in der Lehre, die aus Studiengebühren finanziert werden, weiter anbieten zu können, fordern die Rektoren Planungssicherheit. In Hessen sollen die Gebühren jetzt abgeschafft werden, in Hamburg statt 500 Euro pro Semester nur noch 375 Euro betragen und erst nach dem Studium gezahlt werden. Beide Landesregierungen haben zugesagt, den Hochschulen die Ausfälle zu ersetzen. Es sei allerdings unklar, ob sich zusätzliche Landesgelder für die Lehre nicht doch auf die Berechnung der Studienplatzkapazitäten auswirken würden, sagte Wintermantel.

In der umstrittenen Lehrerbildung will die HRK eine Rahmenvereinbarung mit der Kultusministerkonferenz treffen. Bislang erkennen Länder, die zweijährige Masterstudiengänge verlangen, Absolventen einjähriger Programme nicht an. Die HRK schlägt vor, Teile aus der praktischen Ausbildung im Vorbereitungsdienst auf den einjährigen Master anzurechnen, so dass die Studierenden auf die beim zweijährigen Programm verlangten 300 Leistungspunkte kommen würden. Das könnte auch zu einer sinnvollen Verzahnung von Theorie und Praxis führen.

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