Bildung : Vorschriften für Abitur strittig

Gymnasiasten brauchen weniger Grundkurse

Berlin - Bei den künftigen Abiturvorschriften für Gymnasiasten ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Alle diesbezüglichen „Vorschläge“ würden jetzt ausgewertet, lautete die ausweichende Antwort von Bildungs-Staatssekretärin Claudia Zinke auf Anfragen im Schulausschuss des Abgeordnetenhauses. Die schulpolitischen Sprecher von SPD, Linkspartei und FDP wollten wissen, ob man noch von einem „gleichwertigen“ Abitur sprechen könne, wenn die Gymnasiasten statt 24 künftig 28 Grundkurse in die Abiturnote einbringen müssten, während bei den Sekundarschülern alles beim Alten bliebe. Ein entsprechendes Votum hatte Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) abgegeben, woraufhin der Verband der Oberstudiendirektoren vehement „verfassungsrechtliche Bedenken“ vorgetragen hatte. Er rechnete vor, dass das Abiturergebnis und damit der NC erheblich verändert werden könne, wenn man mehr Kurse einbringen müsse. Zunächst hatte die Bildungsverwaltung das von sich gewiesen. Hintergrund der Auseinandersetzung ist die Verkürzung des Abiturs auf zwölf Jahre: Alle Schüler, die sich für die kurze Form entscheiden, müssen in der Oberstufe sieben Kurse mehr belegen als bisher. Zöllner befürchtet, dass es dem Unterricht nicht gut tut, wenn diese sieben Kurse nur „abgesessen“ werden, weil die Noten im Abitur keine Rolle spielen. Deshalb hatte er als Kompromiss vorgeschlagen, dass vier der sieben Kurse in das Abitur einfließen sollen. Dass Zinke diesen Ansatz am Donnerstag weder vortrug noch gegenüber den Abgeordneten verteidigte, legte bei Beobachtern den Schluss nahe, dass auch sie nun rechtliche Bedenken hegt. sve

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