Bildungsreform : Spandaus Real- und Hauptschulen sollen 2010 fusionieren

Spandaus vier Realschulen sollen im Smmer mit jeweils einer Hauptschule zur Sekundarschule verschmelzen.

Susanne Vieth-EntusD

Zum kommenden Schuljahr wird es berlinweit nur noch fünf öffentliche Realschulen geben – drei in Reinickendorf und zwei in Zehlendorf. Spandaus vier Realschulen wurden vom Bezirksamt aufgefordert, ihre Gegenwehr aufzugeben und ebenfalls bereits zum Sommer mit jeweils einer Hauptschule zu Sekundarschulen zu fusionieren. Dies sei im Bezirksamt beschlossen und mit den Fraktionen abgesprochen worden, teilte CDU-Bildungsstadtrat Gerhard Hanke auf Anfrage mit. Der formale Beschluss soll am 26. Februar in der BVV gefasst werden.

Hanke selbst hatte die Realschulen lange Zeit ermutigt, die Umwandlung in Sekundarschulen noch bis 2011 hinauszuzögern. Seitdem sich aber abzeichnete, dass berlinweit fast alle Bezirke auf eine schnelle Reform setzen, war Hanke umgeschwenkt. „Was hätte uns das Jahr gebracht?“, fragt Hanke jetzt. Er hält einen schnellen Start auch deshalb für ratsam, weil 2011 der anderthalbfache Jahrgang an die Oberschulen wechselt, der durch das Vorziehen der Schulpflicht 2005 entstanden war. Es sei besser, wenn die Umsetzung der Reform nicht zeitgleich, sondern vorher erfolge, findet Hanke.

Um zumindest formal Gremienbeschlüsse für eine schnelle Fusion herbeizuführen, hatte Hanke vor und nach den Winterferien gemeinsame Schulkonferenzen der Fusionsschulen angesetzt. Da die Hauptschulen vehement für ein schnelle Reform sind und da Bezirk samt Schulaufsicht alle Argumente für eine schnelle Fusion ins Feld führten, kamen – zum Teil allerdings extrem knappe – Mehrheiten für eine sofortige Fusion zusammen. Somit ist für die Georg-Halske-, Wolfgang-Borchert-, Gottfried-Kinkel- und Wilhelm-Maybach-Schule die Zeit als Realschule vorbei.

Der bildungspolitische Sprecher der Grünen, Özcan Mutlu, will nun von Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) wissen, woher das Geld dafür kommen soll, dass bis auf fünf Realschulen alle ehemaligen Haupt- und Realschulen als Sekundarschulen starten: Sie sind teurer – wegen der Nachmittagsangebote, wegen kleinerer Klassen und wegen Fortbildungen für die Lehrer. Zunächst war Zöllner davon ausgegangen, dass nur jede zweite Sekundarschule schon 2010 startet. Später war im Haushaltsausschuss nachgebessert worden. Mit einer Beteiligung von rund 95 Prozent hatte allerdings niemand gerechnet. Susanne Vieth-Entus

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