Schule : Chevy entdeckt die Liebe zum Diesel

Epica, Nubira und Lacetti bekommen Selbstzünder

Ingo von Dahlern

So flott waren wir mit Chevrolets Mittelklasselimousine noch nie unterwegs. Ein kurzer Tritt aufs Gas, und schon zog der Epica flink davon. 9,7 Sekunden für den Spurt auf Tempo 100 und maximal 201 km/h stehen auf dem Datenblatt dieser neuesten Variante, die nur bei sehr genauem Hinhören verrät, dass sie von einem neuen Triebwerk ihre Kraft bezieht – einem ausgesprochen kultivierten Zweiliter-Turbodiesel mit 150 PS). Der liefert bereits bei 2000/min sein höchstes Drehmoment von 320 Nm. Zusätzliche Freude mit dem immerhin 4,81 m langen Wagen kommt an der Zapfsäule auf: Mit 6,1 l/100 km (169 g CO2/km) ist der Epica Diesel auffallend sparsam; mit Automatik verbraucht er 7,6 l/100 km (212 g CO2/km).

Dieselaggregate sind bei den von Daewoo in Südkorea produzierten Chevrolets noch jung im Programm. Erst im letzten herbst präsentierte die GM-Marke, ihren ersten Selbstzünder – im SUV Captiva arbeitet dieselbe Maschine wie jetzt im Epica. In einer mit 121 PS etwas schwächeren Variante gibt es dieses Triebwerk von sofort an auch im kompakten Nubira Kombi und vom nächsten Monat an auch im Lacetti. Damit bietet Chevrolet nun für vier seiner derzeit acht Modellreihen Diesel an; von 2009 an soll ein 1,5-Liter das Angebot Chevrolets nach unten abrunden.

Der Dieselboom in Europa ist ungebrochen. Seit 1990 hat sich der Anteil von Selbstzündern bei den Neuzulassungen von damals 13,8 Prozent fast vervierfacht und im letzten Jahr bereits die 50-Prozent-Marke überschritten. In Deutschland sind inzwischen 44,3 Prozent aller Neuen Diesel (2006); bei Großserienmodellen kann demnach nur erfolgreich sein, wer moderne Diesel im Angebot hat.

Das mussten vor allem Importeure aus Fernost lernen. Dennoch brauchte die GM-Marke Chevrolet, die zusammen mit der aus dem gleichen Haus stammenden Marke Cadillac 2006 endlich auf den Diesel-Zug aufsprang, erst einmal Zeit, um eine eigene Dieselmotorenfertigung aufzubauen – jetzt hat man mit dem italienischen Diesel-Spezialisten VM Motori als Partner ein passendes Motorenwerk in Korea auf die Beine gestellt.

Chevrolet Deutschland erhofft sich durch die neuen Diesel einen deutlichen Auftrieb des bereits seit 2002 stetigen Wachstums der Zulassungszahlen. Die wuchsen von gerade einmal 4963 Neuzulassungen im Jahr 2002 bis 2006 auf 23132. Und mit einem Dieselanteil von 20 Prozent allein in diesem Jahr hofft man zum Jahresende sogar die 30 000-Grenze zu erreichen.

Dabei setzt man natürlich auch auf den Preis der neuen Diesel, die als Lacetti 18 640 Euro und als Nubira Kombi ab 19 440 Euro angeboten werden. Den Epica Diesel gibt es ab 24 190 Euro und den Captiva Diesel ab 29 390 Euro. Und alle haben selbstverständlich einen wartungsfreien Dieselpartikelfilter.

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