CHRONOLOGIE DER KÜRZUNGEN : So spart Berlin

ENTWICKLUNG



Berlins Schulen mussten seit den 90er Jahren immer wieder Einschnitte hinnehmen. Zunächst wurden die Stundentafeln der Schüler gekürzt, später ging es auf Kosten der Unterhaltung der Schulgebäude und schließlich ab 2003 wurden die feste Vertretungsreserve und die Altersteilzeit gestrichen sowie die Altersermäßigung für Lehrer. Schließlich mussten alle Lehrer mehr unterrichten – je nach Schulform eine halbe bis zu vier Stunden pro Woche. Diese Arbeitszeiterhöhung wurde teilweise kompensiert durch die Einrichtung von Arbeitszeitkonten. Seit 2003 haben die Lehrer dort bis zu 50 Tage angesammelt, die vor der Pensionierung abzubummeln sind. Die Schulen bekommen dafür keinen Ersatz, weshalb rot-schwarz die Arbeitszeitkonten abschaffen wollte. So stand es in der Koalitionsvereinbarung. Seit Monaten wurde mit der GEW erfolglos darüber verhandelt, wie eine Kompensation für die Konten aussehen könnte.

BEISPIEL PRÄSENZTAGE Wie verworren die unterschiedlichen SPD-Schulsenatoren mitunter vorgehen, wenn sie bei den Personalausgaben sparen müssen, zeigt das Beispiel „Präsenztage“: Im Jahr 2002 hatte es viel Beifall von Schulleitern und Eltern gegeben, als der Senat die Lehrer drei Tage vor Ende der großen Ferien in die Schulen holen wollte, um das Schuljahr vorzubereiten. Diese Neuerung wurde aber sofort wieder gestrichen, um einen Teil der genannten Arbeitszeiterhöhung zu kompensieren. Dass die Senatorin diese Präsenztage nun zehn Jahre später wieder verordnen will, ohne dies anderweitig zu kompensieren, und dass sie dies als „Steigerung der Attraktivität des Lehrerberufs“ verbucht, stieß am Montag auf Unverständnis. sve

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