Dahlem : Fragwürdiges Ersatzquartier für Schüler

Schüler des Dahlemer Arndt-Gymnasiums sind seit den Sommerferien in einer Ersatzschule unterrichtet worden, obwohl die Mängel an der alten Schule „zeitnah“ hätten beseitigt werden können.

Zu diesem Fazit kommt ein neues Brandschutzgutachten. Der Unterricht findet momentan zum Teil in der Ersatzschule statt, weil ein Anbau der Schule in den Ferien wegen Brandschutzmängeln durch das Bezirksamt geschlossen wurde. Ein zweites Gutachten allerdings, das von Eltern der Schüler in Auftrag gegeben wurde, bescheinigt dem Anbau nur „nicht wesentliche“ Mängel. „Die ganzen Umstände, die wir bisher hatten, wären damit umsonst gewesen“, sagte der stellvertretende Schulleiter Tilmann Kötterheinrich-Wedekind. Die Schüler sind fast drei Monate lang in ihrer großen Pause mit dem Bus zur Ersatzschule gefahren, rund 24.000 Euro seien für den Transfer ausgegeben worden, so Kötterheinrich-Wedekind.

Der Steglitz-Zehlendorfer Baustadtrat Uwe Stäglin (SPD) traf sich am Mittwoch mit Schulleitung und Eltern, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Das von den Eltern bestellte Gutachten sei keine „vollumfängliche Beurteilung“, sagte er. Bis Ende nächster Woche soll nun in Absprache mit den Eltern ein Brandschutzkonzept für den Anbau in Auftrag gegeben werden, das danach durch einen amtlichen Sachverständigen geprüft werden soll. „Verschiedene Gutachter können zu verschiedenen Ergebnissen kommen“, sagte Stäglin. Ob die Schließung unnötig gewesen sei, könne er nicht sagen, solange er nicht wisse, welches Gutachten letztlich Bestand habe. Bis zum 6. November soll der amtliche Gutachter das neue Brandschutzkonzept geprüft haben.

„Das Gutachten, aufgrund dessen die Schule geschlossen wurde, kommt uns sehr oberflächlich vor“, sagte der Architekt Andreas Becher, Vater einer 14-jährigen Schülerin des Arndt-Gymnasiums. Es sei auch nicht von einem Brandsachverständigen, sondern von einem Architekten ausgestellt worden: „Wir konnten uns nicht erklären, warum die Schule geschlossen wurde.“ Becher und andere Eltern gaben ihr Gutachten bei einem Sachverständigenbüro in Auftrag. pth

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