Schule : Daimler baut den Weltmotor

Gemeinschaftsprojekt geht in den USA in Serie

Ingo von Dahlern

Als Koreas Nummer eins Hyundai im Frühjahr die neue Generation des Mittelklassemodells Sonata einführte, war das zugleich die Premiere für den so genannten „Weltmotor“ auf dem deutschen Markt. Denn der 119 kW (162 PS) leistende 2,4-Liter-Vierzylinder aus Aluminium ist das erste Aggregat einer neuen Motorenbaureihe, die gemeinsam von Hyundai, Mitsubishi und Daimler-Chrysler entwickelt und künftig weltweit in fünf Werken für alle drei Allianzpartner gebaut wird: von Hyundai in Asan sowie Hwasung in Südkorea, von Mitsubishi in Shiga in Japan und seit 3. Oktober nun auch von Chrysler im ersten der beiden Werke in Dundee im US-Bundesstaat Michigan. Ein zweites Werk in der Stadt soll in gut einem Jahr eröffnet werden.

Die Verträge für das Weltmotor-Projekt, die so genannte Global Engine Alliance, wurden bereits 2002 geschlossen. Sie überlebten auch die in den vergangenen Jahren dramatischen Veränderungen bei der Kooperation der drei Partner in Asien. Denn trotz des teilweisen Rückzugs von DaimlerChrysler bei Mitsubishi, der Aufkündigung der zwischen Daimler-Chrysler und Hyundai geplanten Lkw-Kooperation und des Verkaufs der Daimler-Chrysler-Beteiligung bei Hyundai wurde die Global Engine Alliance zielstrebig fortgeführt.

Denn mit einem Produktionsvolumen von weltweit rund 1,8 Millionen Motoren ermöglicht sie erhebliche Einsparungen sowohl bei der Entwicklung als auch der Produktion der neuen Motorenfamilie, die in den drei Hubraumklassen 1,8-, 2,0- und 2,4-Liter mit einem Leistungsspektrum zwischen 110 und 125 kW (150 und 170 PS) gebaut wird.

Die Kooperation erlaubte es, durch Kosteneinsparungen bei Entwicklung und Produktion, den Weltmotor mit modernster Technik und zahlreichen Hochleistungskomponenten auszustatten. Dazu gehören der aus Hochdruck-Aluminiumguss gefertigte Motorblock, der Vierventil-Zylinderkopf, die elektronisch geregelte Drosselklappe, die geschmiedete Nockenwelle oder die kontinuierliche variable Ventilsteuerung CVVT (Continuous Variable Valve Timing), die zum Teil für in den USA gefertigte Motoren erstmals eingesetzt werden.

Ergebnis dieser globalen Kooperation ist eines der modernsten Vierzylinder- Triebwerke weltweit, was Leistung, Verbrauch, Emissionen, Zuverlässigkeit und Laufkultur angeht. Zugleich wird dieses Aggregat mit den modernsten Produktionstechniken gebaut. Das macht die neuen Werke für die Produktion des Weltmotors mit ihren hoch effizienten Produktionsabläufen zu den produktivsten Motorenfabriken weltweit.

Die von Chrysler gefertigten Motoren aus den beiden Werken in Dundee, die eine Kapazität von insgesamt 840000 Motoren haben, werden nicht nur in Chrysler-Modellen, sondern unter anderem auch in dem in den USA gebauten Hyundai Sonata eingesetzt. Denn im Mai hat Hyundai in Montgomery in Alabama sein erstes amerikanisches Produktionswerk in Betrieb genommen.

Schon bald auf dem deutschen Markt auftauchen wird der neue Weltmotor auch in verschiedenen Modellen von Daimler-Chrysler. vor allem in Autos der Chrysler-Marke Dodge, die vom nächsten Jahr auch bei uns angeboten werden. Dazu gehören die bereits auf der IAA in Frankfurt gezeigte Limousine Caliber, die die Nachfolge des inzwischen eingestellten Chrysler Neon antritt. Sie wird statt der bislang in einem Joint Venture mit BMW in Südamerika gefertigten Motoren, wie sie auch den Mini antreiben, künftig den Weltmotor unter Haube haben. Den wird es außerdem auch im kompakten SUV Dodge Nitro geben, der ebenfalls in Frankfurt sein Debut gab und der 2007 auf den deutschen Markt kommen soll.

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