Schule : Das Auto nicht zum Eisschrank machen

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DER SICHERHEITSTIPP

Die Eisheiligen sind überstanden und für die nächsten Wochen und Monate müssen wir uns auf höhere Temperaturen einstellen. Die machen insbesondere dunkel lackierte geschlossene Autos oft zu wahren Brutkästen. Wohl dem, dessen vierrädriger Untersatz dann mit einer Klimaanlage ausgestattet ist. Die gehört inzwischen auch in vielen Fahrzeugen der kleineren Klassen zur Serien- oder Sonderausstattung und viele Sondermodelle in diesen Wochen haben Klimaanlagen als zusätzliche Ausstattung mit an Bord. Damit verfügen sie über eine technische Ausstattung, die bedeutend mehr bietet, als nur ein ordentliches Klima im Auto ohne ständig geöffnete Fenster. Denn wer ohne Zugluft und oft auch sehr störende Windgeräusche in ordentlichem Klima fährt, fährt auch sehr viel sicherer als die Fahrzeuglenker, denen bei Hitze draußen im Auto der Schweiß von der Stirn rinnt. Denn ein optimales Klima mit nicht zu hoher Luftfeuchtigkeit im Fahrzeuginnern hält den Fahrzeuglenker und natürlich auch seine Mitfahrer frisch und entspannt, beugt allzu schneller Ermüdung vor und verbessert die Konzentrationsfähigkeit. Und das bedeutet einen erheblichen Sicherheitsgewinn.

Auch wenn man vor Jahrzehnten, als solche Anlagen noch ein teurer und deshalb exklusiver Luxus für Fahrzeuge der gehobenen Klasse waren, selbst bei größter Sommerhitze normalerweise ohne Klimaanlage fuhr, kam man auch damals ans Ziel. Doch mancher Unfall in jenen Zeiten hatte sicher auch mit unzumutbarem Klima in Fahrzeug zu tun. Denn bei Innenraumtemperaturen von 25 Grad und mehr sinken Konzentrationsfähigkeit und Ausdauer merklich. Wird es noch wärmer, wächst die Gefahr, dass Autofahrer Verkehrsschilder übersehen, die Vorfahrt missachten oder zu spät reagieren. Wer so „im eigenen Saft“ im heißen Auto kocht, ist ähnlich gefährdet wie ein Fahrzeuglenker mit 0,5 Promille Alkohol im Blut, warnen Arbeitsmediziner. Große Hitze im Auto belastet zudem den Kreislauf. So stellte Opel bei Extremtests im Death Valley fest, dass der Puls bei Fahrten ohne Klimaanlage deutlich erhöht war, während er im klimatisierten Auto im Normalbereich blieb.

Das sind viele gute Gründe also, die für eine Klimaanlage im Auto sprechen. Allerdings sollte man die auch richtig bedienen. Das bedeutet vor allem, dass man den Fahrzeuginnenraum nicht in einen Kühlschrank verwandelt, in dem man bei 17 Grad Celsius friert und einen Schock bekommt, wenn man aussteigt und sich in 32 Grad warmer Luft wiederfindet. Da handelt man sich schnell eine Erkältung ein. Deshalb sollte man die Klimaanlage so einstellen, dass man sich bei 21 bis maximal 25 Grad wohl fühlt, nicht schwitzt, aber auch nicht fröstelt.

Neben der Temperaturregelung haben Klimaanlagen noch viele positive Nebeneffekte. Dazu gehört unter anderem, dass sie auch zu sauberer Luft im Fahrzeuginnenraum beitragen. Denn auf ihren feuchten Verdampferoberflächen binden sie auch Schwebstoffe der Luft. Das das erhält man allerdings nicht zum Nulltarif. Denn Klimaanlagen kosten selbst und brauchen für ihren Betrieb natürlich auch Energie – und das kostet Kraftstoff. Zwischen 0,2 l/100 km bei Autobahnfahrt und bis zu 1,0 l/100 km bei Stadtfahrt sind durchaus möglich. Mit Blick auf den Sicherheitsgewinn dürfte das aber kaum eine Fehlinvestition sein. ivd

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