Schule : Das fehlte noch bei BMW

Mit der K 1200 S gibt es endlich einen echten Hochleistungssportler

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Wer hätte es vor einem Jahrzehnt für möglich gehalten, dass BMW einmal rund 100 000 Motorräder im Jahr baut und verkauft. Und wer hätte daran geglaubt, dass die weißblaue Marke irgendwann doch einmal den Weg zum Sportmotorrad finden würde. Nun, inzwischen sind beides nicht mehr Fragen - BMW baut in seinem Spandauer Werk tatsächlich die 100 000 Motorräder und mit der K 1200 S ist auch der von vielen lang ersehnte Hochleistungssportler Wirklichkeit geworden.

Der ist eine völlige Neukonstruktion und bringt BMW auf einen Schlag in eine Position, in der man es problemlos vor allem mit den japanischen Wettbewerbern aufnehmen kann. Doch obwohl ganz neu, setzt die K 1200 auf einige bewährte technische Lösungen von BMW – wie zum Beispiel den in der Klasse der Hochleistungssportler einmaligen Kardanantrieb. Natürlich weiß man um die damit verbundenen Gewichtsnachteile, die größeren ungefederten Massen und Wirkungsgradverluste sowie nicht ganz unvermeidliche Lastwechselreaktionen. Dafür aber hat man gegenüber dem Kettenantrieb ein verschleißfestes System und die leichte Paralever-Schwinge aus Aluminium-Gusslegierung gleicht auch manchen Nachteil aus.

Ein aufwändiger Rahmen aus Aluminium in Brückenbauweise ist Rückgrat der K 1200 S, deren Fahrwerk mit der aus dem Telelever weiterentwickelten Duolever-Vorderradführung ebenso neue Wege geht wie mit der elektronischen Fahrwerkseinstellung. So lässt sich das hintere der beiden Gasdruckfederbeine in der Basisausstattung wie gewohnt mit einem Handrad an unterschiedliche Beladungszustände anpassen. Wer es wünscht, der bekommt aber auch die weltweit bisher einmalige elektronische Fahrwerkseinstellung ESA (Electronic Suspension Adjustment). Bei der lasen sich auf Knopfdruck vom Lenker aus Federung und Dämpfung einstellen. Dabei kann man hinten die Federbasis und die Zug- und Druckstufe der Dämpfung verändern und vorn die Dämpfung der Zugstufe. Zusätzlich kann man noch unter drei verschiedenen Dämpferabstimmungen wählen.

Das Herzstück der K 1200 S ist allerdings der Motor. Wie schon bei den bisherigen K-Modellen ist der ein Reihenvierzylinder. Aber erstmals ist er nun quer eingebaut. Mit 123 kW (167 PS) aus knapp 1,2 Liter Hubraum ermöglicht er Fahrleistungen, die für BMW ganz neue Dimensionen erschließen. So würden für den Spurt auf Tempo 100 gerade einmal 2,8 Sekunden reichen und die mehr als 200 km/h Höchstgeschwindigkeit lassen sich leicht übertreffen.

Erste Testberichte sprechen von einem überzeugenden Wurf und einem Hochleistungssportler, der auch unter ganz normalen Alltagsbedingungen überzeugt und nicht zuletzt durch sein mit 248 Kilo inklusive Kraftstoff gut beherrschbares Gewicht. Der Preis der K 1200 S liegt bei 14 850 Euro. Nach der Intermot-Premiere steht sie vom Herbst an bei den Händlern. bori

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