Schule : Das Geheimnis des Pirelli-Kalenders kommt nach Berlin

Ingo Wolff

Der Pirelli-Kalender kommt nach Berlin und bringt die schönsten Aufnahmen seit der Erstausgabe 1964 für eine Ausstellung in die Berlinische Galerie mit. Am Donnerstag wurde die Schau in Anwesenheit des Supermodels Alek Wek eröffnet. Das Topmodel aus Sudan war 1999 selbst Motiv des Kalenders. Provokation und Mythos ist das Thema der Ausstellung vom 7. April bis zum 18. Juni 2006 und umfasst 120 Aufnahmen der bedeutendsten Etappen der Geschichte von „The Cal“. Nach den Erfolgen in New York und Moskau werden die Bilder des weltweit berühmtesten Kalenders nun erstmals in Berlin gezeigt. Bei der Deutschlandpremiere präsentiert Pirelli zum ersten Mal in 40 Jahren auch die intimere Seite des Kalenders. Bisher unveröffentliche Aufnahmen aus den Shootings sind auf großen Würfeln in der Berlinischen Galerie angebracht und stehen mitten in einem Raum, an dessen Wänden die Fotos aus den 33 Kalendern hängen. Darunter sind auch die zwölf Motive aus dem Kalender 2006, der bisher noch nicht in Deutschland zu sehen war. Die aktuellen Motive wurden von den Fotografen Mert Alas und Marcus Piggot gestaltet.

Eine Premiere überhaupt feiert während der Ausstellung in Berlin ein Buch über den Kalender. Geheimnisse und Hintergrundgeschichten, Kuriositäten und Anekdoten sind in einem Backstage-Buch des Pirelli-Kalenders zusammengefasst. Das Buch wird aber wie auch schon die Kalender nicht käuflich zu erwerben sein. Die 3000 Exemplare werden ausschließlich an ausgewählte Persönlichkeiten vergeben. Daher wird das Buch wie auch der Kalender ein rares Sammlerobjekt. Längst hat sich der Kalender vom Werkstattschmuck zum weltweiten Kultobjekt entwickelt. Die Rarität zu erlangen, ist den meisten Liebhabern nur über Internetauktionen möglich. Sammler bezahlen für ältere Kalender hundert Euro und mehr.

Der Mythos beginnt 1964 mit dem Kalender von Robert Freeman, dem Porträtisten der Beatles. Seither nahmen sich 27 Fotokünstler der Herausforderung an, sieben davon sogar zweimal und dreimal waren es weibliche Fotografen. Der Kalender ist ein Kulturphänomen, eine geschichtliche Darstellung der Entwicklung der Ästhetik und der Mode. Zwischen den Anfängen des Kalenders und der Gegenwart liegen Welten. Bei der Premiere 1964 waren die Brüste noch bedeckt. Constantino Ruspoli, der Koordinator des Backstage-Buches, nennt den ersten Zeitraum der Kalender bis 1974 daher auch „Zeitalter der Unschuldigkeit“. Frauen wie Kate Moss, Naomi Campbell, Heidi Klum, Jennifer Lopez und Cindy Crawford haben sich von Starfotografen wie Herb Ritts, Richard Avedon, Annie Leibovitz und Peter Lindbergh ablichten ließen.

Die Ausstellung „ 1964–2006 Pirelli Kalender“ ist bis zum 18. Juni in der Berlinischen Galerie, Alte Jakobstraße 124–128, täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 7 Euro (ermäßigt 4 Euro).

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