Schule : Der erste Löwe mit Doppelnull

Der Peugeot 1007 ist ein Microvan, der so manche Überraschung bietet. Das beginnt mit der Modellbezeichnung des kleinen Franzosen

Ingo von Dahlern

Peugeot 1007 – nein, das ist kein Schreibfehler, sondern eine neue Modellbezeichnung. Die besteht bei der Marke mit dem Löwen zwar seit 1929 aus drei Ziffern mit einer Null in der Mitte. Doch angesichts ganz neuer Modellreihen und der in den letzten Jahrzehnten bereits „verbrauchten“ dreistelligen Typennummern war es unausweichlich, dass Peugeot die klassischen Nummern schon bald ausgehen – und so fiel bereits vor einem Jahr die Entscheidung, künftig für neue Modellreihen auch vierstellige Typenbezeichnungen zu verwenden.

Der erst vor fünf Wochen auf den Markt gekommene Peugeot 1007 ist der erste Löwe mit einer solchen Doppelnull. Und dazu ein recht ausgewachsener. Während der ebenfalls erst in diesem Sommer an den Start gegangene 107 ein gerade einmal 3,43 Meter langes Löwenbaby ist, ist der 1007 alles andere als ein klassischer Kleinwagen. Mit einer Länge von 3,73 Meter, einer Höhe von 1,82 Meter und einer Breite von 1,66 Meter zeigt er sich als kompakter viersitziger Microvan – und er hat etwas, was keiner seiner Konkurrenten in dieser Klasse hat: auf beiden Seiten elektrische Schiebetüren.

Deren Vorteile liegen auf der Hand. Beispiel Parkhaus: Ganz schön eng geht es da manchmal zu. Dort einzusteigen erfordert bei einem Auto mit klassischen Türen mitunter artistische Fähigkeiten. Wer beim 1007 die Fahrertür per Fernbedienung aktiviert und sie damit um knapp einen Meter nach hinten befördert, freut sich über einen verblüffend bequemen Einstieg. So kann man mit dem 1007 endlich auch jene Parklücken nutzen, in die man zwar mit viel Gefühl hinein-, aber dann aus dem Auto nicht mehr herauskommt.

Gleich nach dem Einstieg gibt’s die zweite positive Überraschung. Der 1007 ist innen groß. Trotz der angenehm erhöhten Sitzposition, die einen guten Blick aufs Verkehrsgeschehen erlaubt, hat man eine großzügige Kopffreiheit und fühlt sich trotz der kompakten Maße in keiner Richtung beengt. Dank Lenkradverstellung findet sich auch schnell eine bequeme und sichere Sitzposition. Für eine bequeme Ruheposition – etwa bei einer kleinen Pause unterwegs – lässt sich die Rücklehne allerdings leider nicht weit genug nach hinten neigen. Dafür lässt sie sich beim Beifahrersitz komplett nach vorn klappen, so dass man neben sich einen praktischen kleinen Tisch hat – oder auch ausreichend Platz, um etwas längere Gegenstände zu laden.

In puncto Gepäck kann der 1007 mehr verkraften, als man ihm auf den ersten Blick zutraut. Zwar ist sein Kofferraum dann, wenn es die beiden Fondpassagiere bequem haben wollen und die um 23 Zentimeter einzeln verschiebbaren Rücksitze ganz nach hinten geschoben haben, mit gerade einmal 178 Liter recht knapp. Schiebt man die Sitze aber nach vorn, wächst das Ladevolumen. Maximal erreicht es 1078 Liter bei dachhoher Beladung. Bei Variationsübungen mit den Sitzen gefällt auch, dass dafür wenige einfache Handgriffe genügen.

Dank der Easy-Entry-Funktion beider Vordersitze kann man problemlos in den Fond ein- und aussteigen, Kinder müssen angesichts der weit hinten liegenden B-Säule nicht einmal die Vordersitze vorklappen. Die Kleinen werden die Bedienknöpfe für das Öffnen und Schließen der Türen bestimmt auch gern ausprobieren. Da ist es wichtig, dass der Einklemmschutz auch zuverlässig funktioniert. Auch diesen Praxistest hat der Peugeot bestanden: Sobald die sich schließenden Türen auf leichten Widerstand treffen, gehen sie umgehend in die Ausgangsposition zurück.

Mit seinen kompakten Abmessungen, der leichtgängigen elektrischen Servolenkung und der großen Übersichtlichkeit empfiehlt sich der 1007 als ideales Stadtauto. Aber auch auf großer Reise kann er punkten. Der 1,4-Liter-Turbodiesel mobilisiert 50 kW (68 PS). Bei dem kleinen Diesel fällt zunächst das niedrige Geräuschniveau positiv auf. Für den Spurt auf Tempo 100 braucht er 16,7 Sekunden. Bei maximal möglichen 160 km/h kommt man auch auf der Autobahn zügig voran. Allerdings zeigen sich beim Beschleunigen und an Steigungen die Grenzen des kleinen Triebwerks. Fährt man flott, reichen auch die als Norm angegebenen 4,4 l/100 km nicht. Bei zügiger Autobahnfahrt mit einem Durchschnittstempo von 115 km/h genehmigte sich der kleine Löwe 6,9 l/100 km. Er verfügt zwar, wie bei den kleinen Peugeot-Dieseln üblich, nicht über einen Partikelfilter. Aber er erfüllt auch ohne Filter die Abgasnorm EU4.

Fahrkomfort und Fahrsicherheit des 1007 überzeugen auf der Langstrecke. Überdies verfügt er über eine sehr umfangreiche Sicherheitsausstattung: ABS, Bremsassistent, Antriebsschlupfregelung (ASR) und die Fahrdynamikregelung ESP sind ebenso Serie wie sieben Airbags, darunter einer für die Lenksäule.

Das alles ist nicht als Schnäppchen zu haben: Die Preise für den 1007 beginnen erst bei 13 650 Euro für das Einstiegsmodell Filou mit dem 1,4-l-Benziner, der 55 kW (73 PS) leistet. Sie reichen bis zu 16 600 Euro für den 1,6-l-Benziner mit 80 kW (109 PS) und automatisiertem „2-Tronic“-Schaltgetriebe. Der Gegenwert dafür ist allerdings ein rundum überzeugender Microvan in Premium-Qualität.

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