Schule : Der europäische Traum

Kia will es wissen und hat für den Cee’d in der Slowakei ein eigenes Werk gebaut. Das Auto überrascht die Konkurrenz nicht nur mit der langen Garantie

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WAS ER WILL, WAS ER SOLL

Mit dem Cee’d wollen sie den Durchbruch schaffen. Die Koreaner in Europa. Sie wollen nicht länger Fremde auf einem fremden Markt sein. Deshalb hat Kia ein Werk in Europa gebaut. In Slowenien fertigt man den ersten Asiaten, der von Europäern entwickelt wurde und nur hier verkauft wird. VW mit dem Golf, Peugeot mit dem 307– die gehobene Kompaktklasse will man aufmischen. Auf Dauer ist hier nur mit Qualität Menge und Umsatz zu machen. Nicht mit Billigheimern. Bislang sah es für Kia im C-Segment kümmerlich aus. Der Cerrato lässt grüßen.

WIE ER DASTEHT

Unspektakulär. Aber modern und gefällig. Die Proportionen stimmen – und dafür, sagen die Asiaten, „dafür haben die Europäer ein ganz besonderes Bauchgefühl“. Von außen hat der Cee’d nichts, an dem man sich reibt, aber auch nichts, was einem fehlt. Die Stufenheck-Limousine könnte auch als Fiat durchgehen. Als Fünftürer startet der Cee’d am 20.Januar bei den Händlern in Deutschland. Im Herbst kommt dann ein Kombi in die Läden, im Dezember der Dreitürer. Wenn die Palette komplett ist, will man jährlich 150 000 Cee’d in Europa verkaufen.

WIE ER SICH ANFÜHLT, WIE ER FÄHRT

Ist das wirklich ein Kia? Im Innenraum haben die Designer einen erstaunlichen Job gemacht. Alles sitzt am richtigen Platz, ist intuitiv zu bedienen. Schalter, Stoffe, das hinterschäumte Armaturenbrett: Was man auch anfasst, es fühlt sich wertig an. Auch auf einer ersten Testfahrt mit der vermutlich meistverkauften Maschine bleibt die große Enttäuschung aus: Der 1.6-Liter-Diesel mit 115 PS ermöglicht zügiges, schaltfaules Fahren bis Tempo 185. Mehr Motor braucht im Alltag eigentlich keiner. Das Fahrwerk mit seiner harmonischen Feder-Dämpfer-Abstimmung hat uns gefallen. Unsere einzigen Flüche galten dem Navi, dessen Schrift und Bedienung von Übel sind.

WIE WIR IHN FINDEN

Ein Typ wie der Golf – aber bei gleicher Ausstattung knapp 3000 Euro günstiger. Massentaugliche Optik, genügend Platz, gute Verarbeitung und ordentliche Motoren: Von dem und seinem „european dream“ ist Kia so überzeugt, dass der Käufer gleich eine siebenjährige Garantie bekommt – einmalig in Europa. eric

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